n Rodeln Kunstbahn

Andrea Vötter geht in Lillehammer völlig befreit ins Rennen. © Privat

Andrea Vötter: „Selbst die Konkurrenz hat gejubelt“

Kaum eine heimische Sportlerin war in jüngster Vergangenheit derart vom Tausendstelpech getroffen, wie Kunstbahnrodlerin Andrea Vötter. Doch nun ist der Knoten bei ihr geplatzt – und das ausgerechnet wenige Tage vor der Europameisterschaft in Lillehammer.

In den letzten 14 Monaten schaffte es Vötter im Weltcup 6 Mal in die Top-5, doch für eine Podiumsplatzierung fehlten immer wenige Tausendstel. Bis zum vergangenen Wochenende, als die 24-jährige Völserin im entscheidenden Lauf vom 5. auf den 3. Platz vorpreschte. Ihr Jubelschrei war weit über den Eiskanal in Altenberg hinaus zu vernehmen. Dadurch stellte sie sogar die deutsche Tagessiegerin Julia Taubitz in den Schatten.

Andrea Vötter (r.) fuhr in Altenberg erstmals aufs Podest. © Privat


Mittlerweile hat sich bei Vötter die Freude wieder gelegt. Für sie ging es nämlich direkt weiter nach Lillehammer, wo am Wochenende die EM-Titel vergeben werden. SportNews hat sie zwischen dem Eiskanaltraining und der nachmittäglichen Übungseinheit in der Kraftkammer erreicht und mit ihr folgendes Telefon-Interview geführt.


Wie groß ist der Stein, der Ihnen am Samstag vom Herzen gefallen ist?

Andrea Vötter: „Der ist unheimlich groß. Ich habe so lange auf diesen Moment gewartet, da fällt dann einfach alles von einem ab. Ich gehe jetzt befreiter, noch motivierter in die nächsten Rennen.“

„Ich habe noch lange nicht genug“

Sie gehen also mit breiter Brust in die Europameisterschaft?

„In jedem Fall. Die bisherige Saison verlief noch nicht ganz nach Wunsch, dass dann aber ausgerechnet auf einer schwierigen Bahn wie jener in Altenberg der Knoten aufgeht, zeigt, dass ich gut drauf bin. Ich habe noch lange nicht genug – im Gegenteil, es wäre schön, wenn ich bereits an diesem Wochenende die Podiumsplatzierung wiederholen könnte.“


Sie haben also die Medaillenplätze im Visier?

„Ich will konstant in die Top-5 fahren, aber natürlich schielt man bei Titelkämpfen auf die vordersten Plätze. Das ist irgendwie schon mein Anspruch.“

„Auch in der Staffel haben wir gute Karte“

In Lillehammer haben Sie sogar 2 Mal die Chance auf Medaillen...

„Das stimmt, auch in der Teamstaffel haben wir gute Karten. Wir haben uns dort in den letzten beiden Wettkämpfen vorne etabliert. Da in dieser Disziplin allerdings 3 Fahrten am Stück perfekt passen müssen, ist es aber auch immer ein kleines Glücksspiel.“


Wie fielen eigentlich die Reaktionen auf ihre ersehnte Top-3-Platzierung im Weltcup-Umfeld aus?

„Ich habe im Ziel unheimlich viele Glückwünsche erhalten, sowohl vom eigenen Team, als auch von der Konkurrenz. Es waren viele, die sich für mich gefreut haben. Ganz besonders in Erinnerung bleibt mir aber die Reaktion der deutschen Trainer. Sie haben mir herzlichst gratuliert – und das obwohl ich mehrere deutsche Rodlerinnen auf ihrer Heimbahn hinter mir gelassen haben. Diese Momente im Ziel werde ich nie vergessen.“

Das EM-Programm in Lillehammer (NOR):
Freitag, 17. Januar
9:30 Uhr: Nationen Cup

Samstag, 18. Januar
9.50 Uhr: 1. Lauf Frauen
11.15 Uhr: 2. Lauf Frauen
12.40 Uhr: 1. Lauf Doppelsitzer
14 Uhr: 2. Lauf Doppelsitzer

Sonntag, 19. Januar
9.20 Uhr: 1. Lauf Männer
10.55 Uhr: 2. Lauf Männer
13 Uhr: Teamstaffel

Autor: fop

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2020 Sportnews - IT00853870210