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Ein glückliches Rodel-Paar: Emily und Dominik Fischnaller. © privat

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Ein glückliches Rodel-Paar: Emily und Dominik Fischnaller. © privat

Die Love Story der Fischnallers: „Wer verliert, bezahlt“

Rodel-Held Dominik Fischnaller schwebt nicht nur sportlich, sondern auch privat auf Wolke 7. Mit seiner Emily gibt er das Traumpaar der Rodelszene ab. Ein Traumpaar, das in den letzten Jahren durch dick und dünn gegangen ist.

Tagebuch aus Cortina d'Ampezzo

Thomas Debelyak

Von:
Thomas Debelyak

Emily Fischnaller erlebte bei den Olympischen Winterspielen eine Premiere, von der eigentlich niemand etwas mitbekam. Es handelte sich nämlich um ein Debüt der etwas anderen Sorte. „Ich habe gerade zum ersten Mal überhaupt ein Interview auf Deutsch gegeben“, sagt die amerikanische Kunstbahnrodlerin. Bei diesen Worten lacht Emily herzhaft, während der Schreiber dieser Zeilen nicht schlecht staunt: Ihre Feuertaufe in der „deutschen Sprache, schweren Sprache“ hat die US-Dame mit Bravour bestanden.


Emily heißt mit Nachnamen eigentlich Sweeney, sie kommt aus dem Bundesstaat New York an der Ostküste der USA. Und dennoch hat sie zu Südtirol einen ganz besonderen Bezug. Seit ihrer Jugend ist die Rodlerin nämlich mit Dominik Fischnaller liiert. Die beiden lernten sich im Alter von 16 Jahren bei einem Rennen in Winterberg kennen, kurz danach wurden sie ein Paar, das fortan gemeinsam durch dick und dünn ging – nicht nur privat (jahrelang führten sie eine Fernbeziehung), sondern auch sportlich.

Emily brach sich einst das Genick

So kam Emily bei Olympia 2018 in Pyeongchang brutal zu Sturz und zog sich Rücken- und Nackenfrakturen zu, deren Folgen sie heute noch spürt. Trotzdem gewann das US-Girl in den Jahren danach WM-Medaillen, wie etwa im vergangenen Winter in Winterberg (Bronze).

Dominik Fischnaller bejubelt Bronze, seine Ehefrau Emily (links daneben) freut sich mit. © ANSA / DANIEL DAL ZENNARO

Dominik Fischnaller bejubelt Bronze, seine Ehefrau Emily (links daneben) freut sich mit. © ANSA / DANIEL DAL ZENNARO


Vor einem Jahr, am 2. Mai 2025, wurde die Liebe von Dominik und Emily – beide übrigens 32 Jahre alt – schließlich gekrönt, als sie sich im engsten Familienkreis und vor dem Standesamt in Meransen das Ja-Wort gaben. Seitdem tritt Emily unter dem Nachnamen ihres Mannes auf.
„Ich habe ihm diese Medaille so sehr gegönnt.“ Emily Fischnaller

Es war in diesen Tagen in Cortina d’Ampezzo nicht zu übersehen, dass Emily und Dominik das Traumpaar in der Rodelszene sind. Als „Domi“ am Sonntag zur ersehnten Bronzemedaille im Einsitzer rauschte, wurde er im Ziel von seinen Teamkollegen feierlich empfangen. Fast schon etwas schüchtern stellte sich seine Emily hinten an, fiel ihrem Ehemann dann aber mit einer Riesenfreude um den Hals. „Oh mein Gott, das war unglaublich! Ich habe ihm das so sehr gegönnt“, sagt Emily.

Ehefrau gegen Ehemann

Auf der anderen Seite drückte Dominik bei Emilys Einsitzerbewerb fest die Daumen, begleitete sie später auch in die Mixed-Zone. Die beiden sind seit rund 15 Jahren zusammen, wirken aber immer noch wie ein frischverliebtes Pärchen. Etwas schade also, dass bei den Winterspielen das Tüpfelchen auf dem i verwehrt blieb. Denn: Im Teambewerb startete Dominik für Italien (und gewann Bronze), Emily hat die Qualifikation für das US-Team dagegen knapp verpasst. Ehemann gegen Ehefrau bei Olympia – es wäre eine dieser Geschichten, die nur der Sport schreibt.

Emily Fischnaller bei ihrem Olympia-Einsatz. © APA/afp / FRANCK FIFE

Emily Fischnaller bei ihrem Olympia-Einsatz. © APA/afp / FRANCK FIFE


Eine Premiere wäre es allerdings nicht gewesen, denn auf Weltcup- und Weltmeisterschaftsebene sind die beiden schon des Öfteren im Team gegeneinander gefahren. „Das ist immer so lustig“, sagt Emily und ergänzt mit einem breiten Grinsen: „Wir machen vor diesen Rennen immer eine kleine Wette: Der Verlierer muss den Sieger zum Abendessen einladen.“ Und wie sieht die aktuelle Bilanz aus? „Ich glaube, ich liege in puncto Siegen vorne“, lacht Emily, die mit Dominik ihr weiteres Leben in Südtirol plant.

„Nach dieser Saison ziehe ich fix bei Dominik in Meransen ein. Ich habe kein Rückflugticket in die USA“, strahlt die Rodlerin und ergänzt: „Ich habe also noch Zeit, an meinem Deutsch zu arbeiten.“ In diesem Punkt ist Emily auf einem sehr guten Weg. Es wird also nicht das letzte Interview auf Deutsch von Frau Fischnaller gewesen sein.

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