
Emanuel Rieder (links) und Simon Kainzwaldner wollen für Furore sorgen. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'
Für den großen Traum: Dieses Rodel-Duo erfindet sich neu
Die Rodler haben in Cortina d’Ampezzo Hochkonjunktur. Am Mittwoch werden die nächsten Medaillen vergeben. Ein Südtiroler Duo erzählte davor noch seine spezielle Geschichte.
11. Februar 2026
Aus Cortina d'Ampezzo

Von:
Thomas Debelyak
Emanuel Rieder (32) und Simon Kainzwaldner (31) sind zwei Routiniers in der Rodel-Szene. Und obwohl die Doppelsitzer schon seit Jahren durch die verschiedenen Eiskanäle dieser Welt flitzen, erfanden sie sich im vergangenen Frühjahr neu. „Wir hatten keine gute Saison, da haben wir uns gesagt: Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um für Olympia bereit zu sein – so, dass wir uns am Ende nichts vorwerfen können.“
Dieses „Alles in der Macht Stehende“ lässt sich in anderen Worten so übersetzen: Der Meransener Rieder und der Villanderer Kainzwaldner versuchten etwas, das es in der Rodel-Szene so oft noch nicht gegeben hat. Die beiden bauten sich nämlich ihren Schlitten selbst. „Es war ein Mammutprojekt und eine wahnsinnige Herausforderung“, erklärt Kainzwaldner, der als gelernter Tischler seine ganzen handwerklichen Fähigkeiten spielen ließ. „Mit der Hilfe von lokalen Sponsoren haben wir es schließlich geschafft und einen eigenen Schlitten fertig gestellt“, so das Duo.
Bei Olympia: Doch der andere Schlitten
Nur: Bei den Olympischen Spielen wird der neue Schlitten nicht zum Einsatz kommen. Dort benutzen die Doppelsitzer jenes Gefährt, das die Mannschaft für sie zur Verfügung gestellt hat. „Wir sind zweigleisig gefahren und haben uns entschieden, den Mannschaftsschlitten zu verwenden. Auf der Olympiabahn hat sich dieser schneller angefühlt.“„Wir sind mentaler viel befreiter.“ Simon Kainzwaldner
Dennoch betont Simon Kainzwaldner: „Ich würde das sofort wieder machen. Wir haben extrem viel dazugelernt und haben Leute getroffen, die uns auch in anderen Bereichen weitergeholfen haben. Außerdem sind wir mentaler jetzt viel befreiter: Wir wissen, dass wir alles Mögliche getan haben, um für Olympia gerüstet zu sein.“
Nagler/Malleier in Lauerstellung
Am Mittwoch werden die Medaillen im Doppelsitzer vergeben. Die Herren bestreiten ihre beiden Läufe um 17.51 Uhr und um 19.44, die Damen um 17 Uhr und 18.53 Uhr. Aus Südtiroler Sicht sind neben Rieder/Kainzwaldner noch zwei Südtiroler dabei: Ivan Nagler und Fabian Malleier sind in dieser Saison erstmals aufs Podest gefahren und sind deshalb mehr als ein Geheimfavorit. „Das Feeling mit der Bahn ist gut. Wir haben in den Trainings kleine Fehler gemacht und wissen deshalb, worauf wir Acht geben müssen“, so der Völlaner Malleier.Marion Oberhofer und Andrea Vötter (r.) sind Medaillenhoffnungen. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'
Die vielleicht besten Medaillenchancen haben die Doppelsitzerinnen Andrea Vötter/Marion Oberhofer. Sie sind seit der ersten Stunde in diesem neu erschaffenen Bewerb dabei (früher gab es nur Herren-Doppelsitzer) und sind heuer schon zwei Mal aufs Podest gefahren. „Ich muss sagen, ich bin noch ziemlich ruhig. Ich genieße die Olympia-Stimmung“, so Vötter, während Oberhofer anfügt: „Wir beide ergänzen uns gut. Schauen wir, was sich am Ende ausgeht.“
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