
Dominik Fischnaller ist Südtirols Bronze-Held. © APA/afp / MARCO BERTORELLO
Kleine Party mit Goggia & Co.: So verlief Fischnallers Heldentag
Am Morgen noch nervös, am Abend im siebten Himmel: Dominik Fischnaller hat am Sonntag für die große Rodel-Party gesorgt und sich Olympia-Bronze im Einsitzer geholt. Wir haben diesen denkwürdigen Tag nachskizziert.
09. Februar 2026
Aus Cortina d'Ampezzo

Von:
Thomas Debelyak
7.42 Uhr: Dominik Fischnallers Wecker klingelt. Der Meransener schwingt sich in seinem Holzbungalow im Olympischen Dorf aus den Federn. Gut geschlafen hat er nicht. „Ich bin 20 Mal aufgewacht, habe mich ständig hin und her gedreht.“ Nicht verwunderlich, immerhin steht heute sein großer Tag an: Holt er die ersehnte Medaille in Cortina oder nicht?
8.30 Uhr: Das Vormittagsprogramm beginnt. Zuerst wird in der großen Kantine des Olympischen Dorfes gefrühstückt, dann vertritt sich „Domi“ mit seinen Teamkollegen noch etwas die Beine, legt eine Stretchingeinheit ein und nimmt mit den Materialbetreuern den letzten Feinschliff an der Rodel vor.
Dominik Fischnaller holte Bronze. © APA/afp / MARCO BERTORELLO
13.07 Uhr: Mittagessen, die letzte Stärkung vor dem Wettkampf. In der Kantine gibt’s ein großes Büfett mit Nudeln, Fleisch und so weiter. Wichtig: Viele Kohlenhydrate.
15.30 Uhr: Nach einem kurzen Rasterle im Bungalow geht’s mit dem Shuttle zum Wettkampfort. Vom Olympischen Dorf bis zur Rodelbahn sind es rund 15 Minuten.
16.15 Uhr: Nachdem die Rodel ausgepackt wurde und die Trainer die letzten Inputs gegeben haben, beginnt das Aufwärmen. Fischnaller kennt die Abläufe bestens und geht vor dem großen Auftritt noch einmal in sich.
17.07 Uhr: Der erste Lauf an diesem Tag (und der dritte insgesamt) steht an. Fischnaller zeigt eine solide Fahrt und verteidigt seinen dritten Zwischenplatz. Jetzt ist die Medaille ganz nahe!
19.07 Uhr: Der alles entscheidende Durchgang wird zum Fischnaller-Märchen! Dank eines erneut fehlerlosen und souveränen Auftritts fährt er zur Medaille – und wird im Ziel von seinen Teamkollegen feierlich empfangen. Von Ehefrau Emily gibt’s ein Bussi!
Der große Moment: Fischnaller feiert mit den Teamkollegen die Bronzemedaille. © ANSA / DANIEL DAL ZENNARO
19.11 Uhr: Das Rennen ist zu Ende! Fischnaller wird noch auf Rang drei zurückgedrängt, was jedoch absehbar war – und die Freude um keinen Zentimeter mindert. Bronze ist Realität! Unter die vielen Gratulanten mischt sich im Zielraum auch Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini.
19.24 Uhr: Exakt 13 Minuten nach Ende des Rennens findet auf der „Medal Plaza“, rund 200 Meter von der Rodelbahn entfernt, die Siegerzeremonie statt. Fischnaller zieht sich schnell seine schneeweiße Italien-Tuta an und geht denselben Weg runter, wie die Zuschauer. Dabei kommt es zu einer sympathischen Plauderei mit einem Fan. Schließlich darf „Domi“ die ersehnte Medaille in Empfang nehmen.
Da ist das Ding: Fischnaller mit der Bronzemedaille. © APA/afp / STEFANO RELLANDINI
19.44 Uhr: Mehr als 100 mitgereiste Fischnaller-Fans feiern ihren Bronze-Helden. Vor allem Mama Monika ist überwältigt. „Ich habe keine Worte, wir freuen uns so sehr für Dominik. Das ist die Belohnung für seine Ausdauer, für seine mentale Kraft. Ich bin stolz auf ihn“, sagt sie. Besonders emotional: Unter den jubelnden Fans ist auch Erika Lechner, Rodel-Olympiasiegerin von 1968, und ihr Bruder Emil, der den damals achtjährigen Dominik zum Rodelsport herangeführt hat.
20.13 Uhr: Fischnaller gibt die Interviews in der Mixed-Zone. Auch sein Trainer und Rodellegende Armin Zöggeler (sechs Olympia-Medaillen) ist nach der Bronzenen überglücklich: „Dominik musste seit jeher mit dem Druck zurechtkommen, in meine Fußstapfen zu treten. Und jetzt hat er zwei Medaillen, das ist genial.“
Freuen sich mit ihrem Schwiegersohn: Larry und Suzan Sweeney, die Eltern von Dominiks Ehefrau Emily.
22.08 Uhr: Nach dem langen Interview-Marathon, einer Dopingkontrolle und einer weiteren Pressekonferenz betritt Fischnaller mit seinen Trainern die Casa Italia im Zentrum von Cortina. Dort trifft der Bronze-Held auf viel Prominenz: Sofia Goggia feiert nämlich mit ihren Abfahrtskolleginnen ebenfalls ihre Bronzemedaille. Goggia und Fischnaller gratulieren sich gegenseitig.
22.26 Uhr: Mit einem Gläschen Wein stößt das Rodelteam auf den großen Erfolg an. Fischnaller stärkt sich zudem mit einer ordentlichen Portion Pasta. Kurz danach geht’s wieder zurück ins Olympische Dorf, immerhin stehen noch Wettkämpfe an.
Nach 23 Uhr: Fischnaller fällt nach einem langen Tag in sein Bett – und wenig später als frischgebackener Olympia-Medaillengewinner ins Reich der Träume.
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