
Gib mir Fünf: Verena Hofer träumt von einer Medaille. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'
Laute Tante und schrille Socken: Die Rodlerinnen träumen
Gibt es heute die nächste Südtiroler Rodel-Medaille? Unsere Kufenflitzerinnen Verena Hofer und Sandra Robatscher sind zur Halbzeit des Rennens voll auf Kurs. Wie ein „Karter“, bunte Socken und eine laute Tante Glück bringen sollen, verraten sie im Gespräch mit uns.
10. Februar 2026
Aus Cortina d'Ampezzo

Von:
Thomas Debelyak
Dominik Fischnaller hat am Sonntag mit seiner Bronzemedaille für riesigen Jubel im Lager der Südtiroler Kunstbahnrodler gesorgt. Folgt am Dienstag etwa das nächste Edelmetall? Fakt ist, dass zur Halbzeit des Damen-Einsitzer-Bewerbs zwei Südtirolerinnen ganz stark unterwegs sind. Verena Hofer aus Feldthurns liegt nach zwei von vier Durchgängen auf Rang 4, Sandra Robatscher aus Tiers belegt den 6. Platz. Aufs Podest fehlen derzeit 0,06 bzw. 0,118 Sekunden. Am Dienstag stehen die beiden entscheidenden Läufe an (17 Uhr/18.34 Uhr).
„Es ist alles so eng beieinander“, meint Hofer und fügt an: „Im ersten Lauf sind mir einige Fehler unterlaufen, das habe ich versucht, besser zu machen. Ich habe trotzdem noch Luft nach oben“, so die 24-Jährige, die heuer bereits zwei Mal aufs Weltcuppodest gefahren ist. „Hätte mir das wer vor der Saison gesagt, ich hätte sofort unterschrieben!“
Ein „Karter“ als Ablenkung
Folgt nun eine Olympia-Medaille? „Es liegen noch zwei Läufe vor uns, und ehrlich gesagt versuche ich, so wenig wie möglich daran zu denken“, so Hofer, die eine spezielle Methode hat, um sich abzulenken. „Wir vier Südtiroler Rodel-Gitschen, also Sandra, Andrea Vötter, Marion Oberhofer und ich, machen immer wieder einen 'Karter'. Entweder spielen wir Watten oder Skyjo, das macht Spaß.“Trainer Armin Zöggeler ist mit dem Auftritt seiner Damen zufrieden. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'
Auch Robatscher wird am Dienstag mit Medaillenchancen starten. Die 30-Jährige genießt das Olympia-Feeling jedenfalls in vollen Zügen – und hat auch eine amüsante Anekdote parat. „Eigentlich sollte ich es nicht sagen, aber: Als ich heute am Start war, habe ich die Anfeuerungsschreie meiner Tante gehört“, lacht Robatscher. „Sie hat – wie wir alle in der Familie – ein lautes Organ. So etwas gibt mir dann einen Extra-Push!“
Robatschers Socken-Trick
Die 30-Jährige hat übrigens ein besonderes Ritual: Sie fährt nämlich immer mit besonders schrillen Socken. Ihre rechte Socke ist an diesem Abend knallgelb, auf der linken ist dagegen eine gruselige Mumie zu sehen. „Ich hatte am 31. Oktober beim Testevent für Olympia dieses Paar an – das passte damals wegen der Mumie ganz gut zu Halloween. Die haben mir Glück gebracht, deshalb trage ich sie auch heute“, sagt Robatscher mit einem breiten Grinsen. Auch ansonsten lachen ihre Teamkolleginnen oft über ihr Socken-Sortiment. „Ein paar haben Herzchen drauf, ein paar Avocados – das ist ganz lustig“, so die Rodlerin aus Tiers.Sandra Robatscher ist voll auf Kurs. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'
Am Dienstagabend ab 17 Uhr (dritter Durchgang) und 18.34 Uhr (vierter und letzter Lauf) wollen die beiden Südtiroler Rodlerinnen wieder für Furore sorgen – und vielleicht folgt das nächste Südtiroler Edelmetall.
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