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Armin Zöggeler strahlt mit Verena Hofer, die Bronze in der Teamstaffel geholt hat. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'

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Armin Zöggeler strahlt mit Verena Hofer, die Bronze in der Teamstaffel geholt hat. © FELICE CALABRO' / Felice Calabro'

Welche ist die schönste Medaille, Armin Zöggeler?

Ohne Frage: Die Kunstbahnrodler um Rennsportleiter Armin Zöggeler wurden in Cortina d'Ampezzo zu den großen Sporthelden. Nun zieht Zöggeler ein Fazit.

Aus Cortina d'Ampezzo

Thomas Debelyak

Von:
Thomas Debelyak

Wäre Armin Zöggeler nicht gewesen, dann gäbe es heute keine Eugenio-Monti-Bahn in Cortina. Der sechsfache Olympia-Medaillengewinner kämpfte in den letzten Jahren verbissen darum, dass seine Rodler eine eigene Bahn bekommen.


Die Schützlinge um Aushängeschild Dominik Fischnaller zahlten das Vertrauen bei Olympia zurück: Zwei Goldmedaillen im Doppelsitzer (Andrea Vötter und Marion Oberhofer bzw. Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner) sowie zwei Bronzene (Fischnaller und die Teamstaffel) sind eine geniale Ausbeute. Zwei Tage nach dem letzten Wettkampf bei Olympia, zieht Zöggeler ein Fazit. Mit SportNews sprach der Völlaner über...


… die Ausbeute von vier Olympia-Medaillen:

„Das hätte ich vor Beginn sofort unterschrieben! Klar, wir haben Medaillen angepeilt. Ich habe gesagt, dass drei Medaillen möglich sind – am nächsten Tag stand in der Zeitung, dass ich drei Medaillen will, das war nicht ganz korrekt. Am Ende sind es vier geworden, und es waren gewaltige Spiele für uns Rodler. Das ist jetzt klarerweise ein Ansporn für die Jungen.“


… die schönste der vier Medaillen:

„Das war die Bronzene von Dominik (Fischnaller, Anm. d. Red.). Gleich im ersten Rennen hat er diese Medaille geholt und so viel Luft und Druck rausgenommen, das war sehr wichtig für das Team. Bei jenem Rennen war ich am nervösesten, denn wenn wir mit einem vierten Platz begonnen hätten, wäre der Druck schon viel größer geworden. Deshalb bin ich enorm froh, dass wir sofort mit einer Medaille gestartet sind.“

So jubeln unsere Rodler. © APA/afp / FRANCK FIFE

So jubeln unsere Rodler. © APA/afp / FRANCK FIFE


… die überraschendste Medaille:

„Das waren die Männer-Doppelsitzer Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner. Wir wussten vor Beginn der Olympischen Spiele nicht, welches unserer beiden Duos die Nase vorne haben würde. Es war ein guter Schlagabtausch über die gesamte Saison, in der das andere Doppel – Ivan Nagler und Fabian Malleier – meistens vorne war und auch als Erstes die Qualifikation geschafft hat. Dass Emanuel und Simon dann bei Olympia ganz nach vorne fahren, war eine gewaltige Sache.“


… den historischen Tag mit zwei Goldmedaillen innerhalb von 64 Minuten:

„Das war einfach unglaublich, ich hätte nie gedacht, dass so etwas mal passieren wird. Zwei Goldene bei Olympia, dazu noch zu Hause und innerhalb von einer Stunde – da war ich überwältigt. Die Goldene der Herren kam überraschend und hat mich enorm gefreut, besonders froh war ich auch für unsere zwei Damen Andrea Vötter und Marion Oberhofer. Ein Podestplatz war hier schon das Ziel, dass es dann Gold wird, war grandios.“


… die Unterschiede zwischen den Erfolgen als Athlet (unter anderem sechs Olympia-Medaillen) und als Trainer:

„Das Trainer- und das Athletenleben sind zwei völlig verschiedene Sachen. Als Einzelsportler musst du einen gewissen Egoismus haben, als Trainer kommt dann das richtige Leben (lacht). Hier musst du nämlich eine Mannschaft verwalten, du lernst, wie man im Team richtig arbeitet, es gibt Reibereien, verschiedene Charaktere, mit denen man richtig umgehen muss. Ich habe jedenfalls viel gelernt.“

Dominik Fischnaller mit seiner Bronzemedaille. © ANSA / DANIEL DAL ZENNARO

Dominik Fischnaller mit seiner Bronzemedaille. © ANSA / DANIEL DAL ZENNARO


… die Kritiken, die es im Vorfeld aufgrund des neu gebauten Eiskanals gegeben hat:

„Es ist eine große Genugtuung, hier jetzt mit vier Medaillen zu stehen. Es waren für uns Rodler wunderschöne Spiele, und jetzt geht’s ja mit Bob und Skeleton weiter. Wir haben enorm viele Glückwünsche von anderen Nationen erhalten, die sich für uns und unsere neue Bahn mitgefreut und uns den Erfolg gegönnt haben.“


… die Angst, dass der Olympiabahn in Cortina dasselbe Schicksal ereilt wie jener in Turin 2006, die es heute nicht mehr gibt:

„Die Angst gibt es nicht! Wir haben jetzt zwei Goldmedaillen geholt, da wird die Politik gezwungen sein, die Bahn weiter zu betreiben (lacht).“

Die Rodler im Jubel-Rausch. © APA/afp / FRANCK FIFE

Die Rodler im Jubel-Rausch. © APA/afp / FRANCK FIFE



… die besondere Begegnung mit Staatspräsident Sergio Mattarella:

„Nach dem Doppel-Gold unserer Doppelsitzer wurden Andrea Vötter und Marion Oberhofer vom Staatspräsidenten empfangen, der zwei Tage in Cortina d’Ampezzo weilte. Ich habe sie begleitet, Emanuel Rieder und Simon Kainzwaldner blieben leider bei der Dopingkontrolle hängen. Mattarella sprach den beiden Gold-Damen viele Komplimente aus. Er sagte, dass dies ein wunderschöner Erfolg für Italien und für die neu errichtete Rodelbahn sei. Er zeigte sich auch sehr interessiert, wollte beispielsweise wissen, wer in der Staffel startet und wie das Rennen funktioniert. Tags darauf, am Donnerstag, stattete er dem Olympischen Dorf einen Besuch ab.“


… die Feierlichkeiten nach den einzelnen Medaillengewinnen:

„Viele meinen immer, dass nach einem Medaillengewinn die große Party bis spät in die Nacht hinein steigt. Doch dem ist nicht so. Nach der Siegerzeremonie geht’s in die Boxengasse (Interview-Bereich, Anm. d. Red.), dann zur Dopingkontrolle, dann weiter in die Casa Italia, wo viel Smalltalk ansteht. Die Athleten sind müde und froh, wenn es dann ins Bett geht. Die große Party werden wir sicher zu Hause nachholen.“

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