v Rodeln Naturbahn

Daniela Mittermair darf sich über die beste Weltcupsaison ihrer Karriere freuen. © privat

Daniela Mittermair: „Ich finde diesen Sport einfach cool“

Sie gilt als eines der größten Talente im internationalen Rodelsport und als potenzielle Nachfolgerin einer Evelin Lanthaler oder Greta Pinggera. Die Rede ist von Daniela Mittermair. Mit ihren 21 Jahren ist die Deutschnofnerin dabei, die Naturbahnrodelszene aufzumischen. Unmittelbar vor dem WM-Rennen am Samstag in Umhausen hat sich SportNews mit ihr am Telefon unterhalten.



Nach den Plätzen 15 und 6 im Gesamtweltcup folgten in dieser Saison die ersten Podiumsplatzierungen und Rang 4 im finalen Ranking. Wie weit soll dieser steile Aufwärtstrend noch führen?

Daniela Mittermair: „Diese Saison lief wirklich sehr gut, auch wenn ich nicht mit jedem Ergebnis zur Gänze zufrieden war. Ich möchte schon noch weiter nach oben und nächste Saison in die Top-3 vordringen. Jetzt steht aber erstmal die Weltmeisterschaft an.“

Daniela Mittermair (r.) ist in Italiens Team hinter Greta Pinggera (l.) und Evelin Lanthaler (Mitte) zur Nummer 3 aufgestiegen.

Gilt es dabei den 6. Platz von der WM 2019 in Latzfons erstmal zu toppen oder schielen Sie bereits in Richtung Medaillenränge?

„Bei der WM zählt nunmal in erster Linie eine Medaille, das ist in jeder Sportart so. Ich gehe morgen sicherlich mit dem Ziel an den Start, Edelmetall mit nach Hause zu nehmen.“


Sollten die arrivierten Evelin Lanthaler und Greta Pinggera mal kürzertreten, gelten Sie als deren legitime Nachfolgerin. Sehen Sie sich in dieser Rolle?

„Nein, im Moment sehe ich mich eher als Konkurrentin denn als Nachfolgerin. Ich will ihnen noch einige Jahre in der Bahn Paroli bieten. Sollten sie irgendwann im Weltcup nicht mehr dabei sein, hoffe ich, ganz oben zu stehen.“

„Jetzt, wo immer wieder von Nachhaltigkeit die Rede ist, kann ich sagen: Wir liegen im Trend!“

Gab es nie Versuche von Seiten der Kunstbahnrodler, Sie in den Eiskanal zu locken?

„Das war bislang nie ein Thema. Ich muss aber auch sagen: Ich habe kein Interesse, den Untergrund zu wechseln. Ich sitze seit meinem vierten Lebensjahr auf der Sportrodel, im Alter von 10 Jahren bin ich dann auf die Rennrodel gewechselt. Das ist meine ganz große Leidenschaft und irgendwie finde ich diese Sportart einfach cool. Besonders jetzt, wo immer wieder von Nachhaltigkeit die Rede ist, kann ich sagen: Wir liegen im Trend! Wir brauchen nur Schnee und Wasser, naturnaher ist kein anderer Sport.“

Daniela Mittermair fühlt sich auf der Naturbahn pudelwohl. © hkmedia



Sie beschreiben den Rodelsport als große Leidenschaft. Wie schwierig ist es, diese mit Ihrer Berufstätigkeit zu vereinen?

„Es ist wahrlich nicht einfach. Das Trockentraining im Sommer geht auch abends, das ist kein Problem. Außerdem habe ich in Deutschnofen den Vorteil, eine Rodelbahn vor der Haustür zu haben. Während der Saison ist es aber schon schwierig, in diesem Zeitraum habe ich mit der Arbeit im Büro und dem Rodelsport förmlich zwei Vollzeitjobs. Ich habe das große Glück, dass mir mein Arbeitgeber sehr entgegenkommt und mir die nötigen Freistunden für Trainings und Rennen gewährt. Dafür gehe ich aber auch immer mal wieder außerhalb meiner normalen Arbeitszeiten ins Büro.“


All dieser Aufwand könnte mit einer Olympia-Teilnahme wettgemacht werden. Wie groß ist Ihre Hoffnung, 2026 mit den Naturbahnrodlern am Start sein zu dürfen?

„Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir bei den Olympischen Spielen in Mailand und Cortina am Start sein dürfen. Die Aufnahme des Naturbahnrodelsports ist ja schon seit einer gefühlten Ewigkeit ein Gesprächsthema. Jetzt soll kommendes Jahr eine Entscheidung fallen. Für mich wäre Olympia jedenfalls das Allergrößte, ein Traum, der weit übers Sportliche hinausreicht.“


Autor: fop

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