v Rodeln Naturbahn

Evelin Lanthaler zählte auch in der abgelaufenen Saison zu den Hauptdarstellerinnen. © Foto Hermann Sobe / Sobe Hermann

Saison-Fazit: „Jedes Rennen war ein Krimi“

Der FIL-Weltcup im Rennrodeln auf Naturbahn 2019/2020 war nichts für schwache Nerven, in jeglicher Hinsicht: Zum einen brachte der milde Winter gleich zu Beginn den Rennkalender durcheinander, zum anderen kämpften gleich vier Rodler bis zum Finale um den Gesamtsieg. Der FIL-Direktor Sport und Technik, Andreas Castiglioni, lässt die abgelaufene Weltcup-Saison Revue passieren.

Im Rückblick, wie fällt Ihre Saisonbilanz aus?

Andreas Castiglioni: „Wir hatten bereits den Weltcup-Auftakt verschieben müssen – das fällt mir spontan dazu ein. Aber das war die Situation. Nach 2 Wochen Winter ist es warm geworden und in Winterleiten (AUT) ist die Bahn im wahrsten Sinne des Wortes weggeschmolzen. Somit hat der Weltcup eben Anfang Januar 2020 begonnen, dafür waren die Verhältnisse in Winterleiten super.“


Erstmals wurde der Teambewerb im neuen Format ausgetragen. Eine Verbesserung?

Castiglioni: „Gleich beim Auftakt in Winterleiten stand der erste Teambewerb im neuen Format auf dem Programm, die neue Formel mit zwei Einsitzern (mindestens eine Frau) kommt sehr gut an. Es ist viel besser so, auch weil mehr Nationen am Teambewerb teilnehmen, da ja nicht jede Nation einen Doppelsitzer hatte. So konnte z.B. Argentinien tolle Ergebnisse im Teambewerb einfahren.“


Die zweite Station war Passeiertal...


Castiglioni: „Der Weltcup in Moos war ein Fest für das gesamte Passeiertal. Aus sportlicher Sicht war die Grünboden-Bahn in einem perfekten Zustand, das OK hat ganze Arbeit geleistet. Dort stand auch der einzige Verfolger auf dem Programm, ebenfalls im neuen Format. Der Verfolger war zu Beginn etwas langatmig, da müssen wir nachbessern. Eine Überlegung ist, am Vortag eine Quali zu fahren, damit es am Renntag gleich mit den Achtelfinal-Läufen losgeht. Auch beim Namen müssen wir uns was einfallen lassen, denn viele Sportjournalisten stellten sich ein Verfolgungsrennen wie z.B. beim Langlauf vor.“


Wie waren die Rennen in Rumänien?

Castiglioni: „Vatra Dornei ist immer ein Erlebnis. Es hat diesmal etwas zäh begonnen denn die Bahn war nicht ganz fertig. Doch dann war es eine super Veranstaltung, super Wetter und überraschend viele Zuschauer waren an der Bahn. Meiner Meinung nach war es das beste Vatra Dornei überhaupt.“


Der Klassiker in Deutschnofen markierte eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg, oder?


Castiglioni: „Deutschnofen war gewohnt erstklassig, da hat von A-Z alles gepasst. Bei einem Klassiker ist es einfach so. Das Ergebnis im Einsitzer Herren war sicher eine Überraschung. Mit dem Sieg von Thomas Kammerlander (AUT) war eine Vorentscheidung für den Gesamtweltcup 2019/2020 gefallen.


Die Rennen von Zelezniki (SLO) mussten nach Laas verlegt werden. Eine gute Entscheidung?

Castiglioni: „In erster Linie war es eine notwendige Entscheidung. Die Bahn in Zelezniki war einfach dem Tauwetter zum Opfer gefallen, dort hätten wir nie und nimmer fahren können. Weil in Laas kurz zuvor ein Juniorenweltcup ausgetragen wurde, war das eine logische Entscheidung. Nach fünf Jahren Pause hat Laas jedenfalls ein grandioses Comeback auf der Weltcup-Bühne gefeiert.“


In Umhausen ging der Weltcup zu Ende. War das Finale das erwartete Highlight?

Castiglioni: „Umhausen war sicher das Highlight der Saison, und mit dem Livestream wurde ein Meilenstein gesetzt. Es war nicht mehr „nur“ die Übertragung der Rennen, sondern eine über fünfstündige Sendung am Samstagabend mit Analysen, Expertengesprächen usw.. Über Facebook wurde auf fünf Kanälen übertragen, über Youtube auf vier und im Fernsehen auf drei Kanälen. Die Generalprobe für die WM 2021 ist mehr als geglückt, die Neubauten heben Umhausen auf eine ganz neue Ebene.“


Ihr Fazit zur Saison?
Castiglioni: „Wir hatten zwei Siegerinnen bei den Damen, 4 Athletinnen standen am Podium. Bei den Herren hatten wir drei verschiedene Sieger, im Doppelsitzer zwei. Und im Teambewerb gab es zwei Sieger und vier Nationen standen am Podium. Es war eine extrem spannende Saison im Einsitzer Herren, vier Athleten kämpften bis zum Finale um den Sieg im Gesamtweltcup. Jedes Rennen war ein Krimi“.

Autor: fil/sn

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