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Werner Heel, Florian Schieder und Alexander Prast in Reinswald. © PM Reinswald

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Werner Heel, Florian Schieder und Alexander Prast in Reinswald. © PM Reinswald

20. Europacup in Reinswald: Geschichte(n) aus dem Sarntal

Der FIS Europacup Ski Alpin im Sarntal feiert heuer ein rundes Jubiläum. Die zweithöchste Rennserie gastiert in rund zwei Wochen mit zwei Super-Gs der Frauen (3. und 4. Februar) zum 20. Mal im Skigebiet, das nur 20 Autominuten von Bozen entfernt liegt. Wir haben in den Statistiken geblättert – und ein paar Anekdoten ausgegraben.

Die Österreicherin Christine Spornring war am 2. Februar 2005 die erste Siegerin in Reinswald. Vor 21 Jahren entschied sie die Abfahrt für sich, flankiert von der „Azzurra“ Alexandra Coletti und Astrid Vierthaler (ebenfalls Österreich). Es folgten bis zum heutigen Tag 58 weitere Europacup-Entscheidungen im Sarntal – insgesamt 16 der Frauen und 43 der Männer.


Denn nach zwei Ausgaben des Damen-Europacups fuhren in Reinswald ab dem Jahr 2007 für über ein Jahrzehnt ausschließlich die Männer um den Sieg. Und gleich bei der Premiere passierte auf der Plankenhorn-Piste etwas, was sich danach nicht mehr wiederholen sollte. Der Franzose Johan Clarey gewann alle drei Rennen, die in jenem Jahr im Sarntal ausgetragen wurden – zwei Abfahrten und eine Super-Kombination.

Prominente Sieger

Clarey, Vizeweltmeister 2019 in Åre im Super-G und mehrfach Zweiter in der Abfahrt auf der Streif, ist nicht der einzige prominente Sieger, den es auf Sarner Schnee gab. So entschied etwa im Jahr 2009 der Super-G Weltmeister von 2007 – Patrick Staudacher aus Pflersch – die Abfahrt für sich. Ein Jahr später jubelte ein gewisser Joachim Puchner (Österreich) im Super-G über den Tagessieg – heute rast er mit der Kamera über die Weltcup-Pisten. Im Olympia-Jahr 2014 feierte Silvan Zurbriggen einen Doppelsieg. Der Schweizer hat in seiner Karriere Olympia-Bronze (Super-Kombination, Vancouver 2010) und eine WM-Silbermedaille (Slalom, St. Moritz 2003) gewonnen. Auch der Doppel-Olympiasieger von Peking Johannes Strolz (Österreich) hat in Reinswald vom höchsten Treppchen gestrahlt – 2018 gewann der Vorarlberger eine Alpine Kombination.

In Reinswald nicht gewonnen, aber auf dem Podium stand im Jahr 2009 ein gewisser Dominik Paris. In jener Abfahrt, die Patrick Staudacher gewinnen konnte, klassierte sich der Ultner an dritter Stelle – sehr zur Freude des damaligen und legendären OK-Chefs Konrad Stauder. Überhaupt ist Paris mit Reinswald sehr verbunden. Hier hat er im Jahr 2007 sein allererstes Europacuprennen bestritten – zu einem Zeitpunkt, zu dem noch nicht klar war, dass er mit 19 Siegen in der Abfahrt der zweiterfolgreichste Rennläufer aller Zeiten in der „Königsdisziplin“ werden würde.

Kilde mit zwei Podest-Plätzen

Auch Aleksander Aamodt Kilde hat im Sarntal geliefert. 2013 wurde der Norweger zu Beginn seiner grandiosen Karriere zwei Mal Zweiter (Super-Kombination, Super-G). Heute kann Kilde, der wie Paris immer noch aktiv ist, auf 21 Weltcuperfolge, zwei WM- und zwei Olympiamedaillen zurückblicken.
Aleksandr Aamodt Kilde (l.) stand in Reinswald zwei Mal auf dem Podest.

Aleksandr Aamodt Kilde (l.) stand in Reinswald zwei Mal auf dem Podest.


2020 sind die Damen nach Reinswald zurückgekehrt. Nadine Fest ist in den vergangenen Jahren zur Königin der Schöneben-Piste avanciert, die die Plankenhorn-Piste als Wettkampfstätte abgelöst hat. Die Kärntnerin konnte seither vier Rennen gewinnen – damit ist sie Rekordsiegerin. Außerdem stehen ihr drei zweite und ein dritter Rang zu Buche. Wenn Fest startet, dann landet sie gewöhnlich unter den Top3.

Auch eine frischgebackene Doppelweltmeisterin hat im Sarntal gejubelt. Das war im vergangenen Jahr, als die US-Amerikanerin Breezy Johnson völlig unerwartet im Südtiroler Skigebiet anreiste. Die Super-Gs hat sie damals nach eigener Aussage bestritten, um in dieser Disziplin mit guten Punkten auch im Weltcup weiter vorne starten zu können. Gesagt, getan – Johnson gewann das erste Rennen und landete im zweiten auf dem dritten Platz.

Vonn hat in Reinswald „nur“ trainiert

Johnsons Teamkollegin Lindsey Vonn hat in Reinswald übrigens keine Rennen bestritten. 2019 hat sich der Ski-Superstar auf der Schöneben-Piste aber auf die WM in Åre vorbereitet, wo sie in der Abfahrt die Bronzemedaille gewann und danach ihre Karriere vorläufig beendete. Fünf Jahre später feierte Vonn ein überraschendes

Comeback, das vor wenigen Tagen in Zauchensee vorerst mit dem zweiten Abfahrtssieg in dieser Saison gipfelte.

Zurück nach Reinswald, wo mittlerweile Luis Hofer die Koordination des Europacups übernommen hat und vom OK-Präsidenten Richard Moser unterstützt wird. 59 Rennen wurden bei den bisherigen 19 Ausgaben des Europacups ausgetragen. Die mit Abstand erfolgreichste Nation ist Österreich mit 23 Siegen. Frankreich liegt in der „ewigen“ Statistik an zweiter Stelle, und zwar mit acht Erfolgen. Die Schweiz und Gastgeberland Italien haben je sieben Siege zu Buche stehen. Außerdem durften Norwegen (4), USA (4), Deutschland (2), Schweden (2), Kanada (1) und Tschechien (1) über mindestens einen Sieg jubeln. Bleibt abzuwarten, wer sich bei der 20. Ausgabe in die Geschichtsbücher eintragen wird – und ob es sich womöglich um eine Olympiasiegerin oder Weltmeisterin handelt.

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