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Ex-Abfahrtsdominatorin Ilka Stuhec will mit einem ungewöhnlichen Materialpartner an die Weltspitze zurück. © APA / HANS KLAUS TECHT

Abfahrts-Weltmeisterin wechselt zu Kästle

Die österreichische Traditionsskifirma Kästle hat nach ihrer Rückkehr in den Alpinen Skirennsport den ersten großen Fisch an Land gezogen und die ehemalige Abfahrtweltcupsiegerin Ilka Stuhec verpflichtet.

Kästles ruhmreiche Geschichte wurde zuletzt von einer langen Talfahrt unterbrochen. Gegründet von Anton Kästle 1924 in Hohenems/Vorarlberg, gilt Kästle als eine der ältesten noch vorhandenen Skimarken der Welt.


Vor einigen Jahrzehnten galten Kästle-Skier als das Nonplusultra im Alpinen Rennbereich, ganze 132 Weltmeisterschafts- und Olympiamedaillen konnte die Traditionsmarke gewinnen. Bei den Olympischen Winterspielen in Cortina 1956 gewann Kästle den Titel als erfolgreichste Skimarke und holte satte 20 Medaillen. Erfolgreichster Kästle-Fahrer war kein Geringerer als der „Blitz von Kitz“ Toni Sailer mit drei Goldenen. Legenden des Skisports wie Pirmin Zurbriggen oder Kjetil-Andre Aamodt traten mit Kästle-Skiern in Sailers Fußstapfen.

Toni Sailer war das Aushängeschild von Kästle. © R. Frischauf in: "Tiroler Jungbürgerbuch" v.W. Pfaundler 1992


Der Ultner Startrainer Franz Gamper war zu jener Zeit Sportchef bei Kästle. Nach dem Tod des Gründers Anton Kästle wurde die Marke 1991 an das italienische Modehaus Benetton verkauft, fortan ging es steil bergab mit dem Unternehmen. Für neun Jahre verschwanden die Vorarlberger 1998 von der Skiwelt. Aus Kästle entstand der Skiteil der Marke Nordica, die bis zu diesem Zeitpunkt nur Skischuhe fertigten und ebenfalls dem Unternehmen Benetton angehörten.
Wiedergeburt von Kästle
Ab 2007 produzierte Kästle vorrangig Freeride- und Tourenski, mit denen es erste internationale Erfolge im Skisport verzeichnen konnte. So wurde die Österreicherin Lorraine Huber 2017 Freeride-Weltmeisterin auf Kästle-Skiern. Ein Jahr später wurde das Unternehmen nach Tschechien verkauft, neuer Stakeholder ist seither die Firma ConsilSports. 2019 machte Kästle den ersten Schritt zurück auf die große Skibühne. Österreichs beste Technik-Spezialistin Katharina Liensberger wollte von Rossignol auf Kästle umsteigen, wurde vom nationalen Verband ÖSV allerdings abrupt ausgebremst.

Kästles Ziel, bereits bei Olympia 2022 eine Medaille zu holen, konnte nicht realisiert werden. Nun hat die Skimarke zusammen mit Lange Schuhen und Marker Bindungen ihren ersten Superstar verpflichtet: Die zweifache Abfahrtsweltmeisterin Ilka Stuhec aus Slowenien ist ab sofort auf den Vorarlberger Skiern unterwegs und will die Traditionsmarke zurück zu alter Stärke führen.

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