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Corinne Suter und Co. haben noch keinen Erfolg bei den Olympischen Spielen verzeichnen können. © APA/afp / TIZIANA FABI

L Ski Alpin

Corinne Suter und Co. haben noch keinen Erfolg bei den Olympischen Spielen verzeichnen können. © APA/afp / TIZIANA FABI

Alarm bei den Schweizern: „Jetzt bluten wir dafür“

Vor vier Jahren waren noch die Damen für den Großteil der Schweizer Olympia-Medaillen im Ski Alpin verantwortlich. In Cortina d'Ampezzo ist die Situation jedoch äußerst besorgniserregend.

Wirft man im Ski Alpin einen Blick auf den Medaillenspiegel, scheint die Welt der Schweizer Helden auf zwei Brettern völlig in Ordnung zu sein. Dreimal Gold (Abfahrt, Super-G und Team-Kombination) sowie je einmal Silber (Team-Kombination) und Bronze (Super-G) durften die Eidgenossen bei den Olympischen Spielen 2026 in Mailand und Cortina d'Ampezzo bejubeln. Der Makel: Alle Medaillen entfallen auf die Herren. Das geschlechtliche Pendant schaut beim Höhepunkt der Saison hingegen in die Röhre.


Vor vier Jahren war das noch anders. In Peking krönte sich Corinne Suter in der Abfahrt zur Olympiasiegerin, im Super-G sorgten Lara Gut-Behrami (Gold) und Michelle Gisin (Bronze) für Glücksgefühle. In der mittlerweile abgeschafften Kombination feierten Gisin (Gold) und Wendy Holdener (Silber) gar einen Doppelsieg, jeweils Bronze in Riesenslalom und Slalom gab es durch Gut-Behrami respektive Holdener. Bei noch zwei verbleibenden Wettkämpfen in Cortina lautet die Bilanz aber bislang: null Medaillen.

Schweiz fehlen die (fitten) Top-Leute

Klar: Mit Camille Rast und Holdener hegt die Schweiz im Riesenslalom (am Sonntag ab 10.00 Uhr im SportNews-Liveticker) und im Slalom (18. Februar) noch Hoffnungen auf Edelmetall. Vorgestellt haben sich die Verantwortlichen von Swiss Ski das Schauspiel im Schein der fünf Ringe aber freilich anders. „Die Zeitmessung läuft hier nicht langsamer, nur weil wir es wollen“, meinte Ski-Boss Walter Reusser im Interview mit Blick.

Corinne Suter hatte nichts mit dem Kampf um Medaillen zu tun. © ANSA / JURE MAKOVEC

Corinne Suter hatte nichts mit dem Kampf um Medaillen zu tun. © ANSA / JURE MAKOVEC


Platz 14 in der Abfahrt, Platz 10 im Super-G und Platz sechs in der Team-Kombi – die besten Ergebnisse der Schweizerinnen sind weit entfernt von Top-Resultaten. Die Probleme taten sich jedoch schon weit im Voraus auf. „Wenn sich zwei oder drei Topshots verletzen, sind wir im Scheiß“, fasste es Reusser unverblümt zusammen. Und die Fakten sprechen für sich: Suter kommt frisch von einer Fraktur im rechten Fuß sowie einem Muskelfaserriss zurück, Gut-Behrami (Kreuzband) und Gisin (Halswirbelsäule) fehlen schwerverletzt.

Wer kommt nach Gut-Behrami und Co.?

Die Verletzungsmisere zeigt auf: Hinter den schillernden Namen fehlen die vielversprechenden Nachfolger – vor allem im Speed. „Die Lücke entstand nicht heute oder im letzten Sommer, sondern früher. Man hat viele kaputt gemacht, sie verheizt. Jetzt bluten wir dafür“, stellte Reusser klar. „Wir können sie nicht aus dem Hosensack zaubern.“

Malorie Blanc ist ein vielversprechendes Talent. © ANSA / ANDREA SOLERO

Malorie Blanc ist ein vielversprechendes Talent. © ANSA / ANDREA SOLERO


Talente seien zwar frühzeitig erkannt, aber wohl zu früh ins Rampenlicht geschickt worden. „Es fehlte ein sauberer Karriereplan. Diese Fehler dürfen sich nicht wiederholen“, mahnte Reusser. Diesen Vorsatz wollen er und Trainerstab nun bei einem weiteren vielversprechenden Namen verfolgen: Malorie Blanc. Bei der Olympia-Generalprobe im Super-G von Crans-Montana hatte die 22-Jährige den ersten Sieg Weltcupsieg ihrer Karriere gefeiert. Letztere soll nun Schritt für Schritt aufgebaut werden. „Was bringt es, wenn wir ihr Druck ohne Ende machen, sie damit nicht umgehen kann und im Netz landet?“, so Reusser.

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