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Ski-Star Alexis Pinturault war zu Gast bei der Firma „Reusch“. © Reusch

Alexis Pinturault in Bozen: „Den Ski-Sport trifft es besonders hart“

Alexis Pinturault zählt zu den ganz Großen im Ski-Sport. Was der Franzose sagt, hat Gewicht. Am Donnerstag schaute der Gesamtweltcupsieger von 2021 bei seinem Sponsor „Reusch“ in Bozen vorbei und nahm sich Zeit für ein ausführliches Gespräch.

Von:
Thomas Debelyak

Was haben Mikaela Shiffrin, Petra Vlhova, Henrik Kristoffersen, Marco Odermatt und Alexis Pinturault gemeinsam? Alle fünf sind Superstars der Ski-Szene – und sie haben einen besonderen Bezug zu Südtirol. Die Ausnahmekönner vertrauen nämlich auf Handschuhe der Marke „Reusch“, die ihren Hauptsitz in Bozen hat und weltweit mit Top-Sportlern zusammenarbeitet.


Nachdem Kristoffersen dem Headquarter an der Innsbrucker Straße in Bozen bereits vor einigen Wochen einen Besuch abgestattet hatte, schaute am Donnerstag Pinturault bei der Firmenbelegschaft vorbei. Nach einem kurzen Urlaub am Gardasee zeigte sich der Franzose nicht nur in Plauderlaune, sondern auch fokussiert im Hinblick auf die neue Saison. „Ich denke, der Winter wird speziell für mich werden“, meint der 31-Jährige, der sich vor allem auf die Weltmeisterschaft in Courchevel freut. Das ist nämlich der Ort, an dem Pinturault aufgewachsen ist. „Es ist das erste und vielleicht letzte Mal, dass ich in meinem Heimatort fahren kann. Das ist eine große Ehre für mich, aber natürlich ist der Druck groß. Auch ich selbst werde mehr von mir erwarten.“

Pinturault (sitzend in der Mitte) mit den Reusch-Mitarbeitern.


2021 hat Frankreichs Ausnahmekönner seinen bisher größten Erfolg gefeiert, als er sich den Gesamtweltcup holte. Im vergangenen Winter lief es jedoch nicht nach Wunsch, wie „nur“ drei Podestplätze beweisen. „Mein Ziel ist es, wieder Rennen zu gewinnen“, gibt er sich kämpferisch.
„Ich denke, dass der Rennkalender in naher Zukunft modifiziert werden muss.“ Alexis Pinturault

Pinturault ist ein Athlet, der über den Tellerrand hinausschaut. Der Klimawandel, die schmelzenden Gletscher und die immer wärmer werdenden Temperaturen bereiten auch ihm Sorgen. „Unseren Sport trifft es besonders hart“, meint der Kombi-Weltmeister von 2019 und ergänzt: „In den nächsten Jahren wird sich vor allem die Sommervorbereitung stark verändern. Es wird für uns immer schwerer, in den warmen Monaten zu trainieren. Deshalb denke ich, dass auch der Rennkalender in naher Zukunft modifiziert werden muss, vor allem was die Events im Herbst anbelangt.“ Er sei sich bewusst, dass Profisport nicht das Beste für die Umwelt sei. „Andererseits hat der Profisport die Strahlkraft, viel zu bewegen.“
Diese Aussage sorgt für Aufsehen
Aus sportlicher Sicht überraschte Pinturault vor allem mit einer Aussage bei seinem Besuch in Bozen. „Für mich macht es keinen Sinn, mich auf den Gesamtweltcup zu fokussieren“, erklärt er. 2021 noch auf dem Thron, jetzt aus eigener Sicht chancenlos – warum das? „Grund ist der Rennkalender“, sagt der Franzose, der ergänzt: „Wenn du um die große Kristallkugel fahren willst, muss du drei Disziplinen machen. Für die Techniker wie mich sind das Riesentorlauf, Slalom und Super-G. Für die Speed-Spezialisten sind es dagegen Abfahrt, Super-G und Riesentorlauf. Wenn du aber die Rennen zusammenzählst, haben die Speed-Fahrer 31 zur Verfügung, während die Techniker auf 27 kommen. Das ist ein Unterschied von 400 Punkten und der Grund, warum ich sage, dass ich keine Chance auf den Gesamtweltcup habe.“

Eine harte Aussage, die auch als Spitze in Richtung FIS interpretiert werden kann. Klar ist nämlich auch: Pinturault zählt trotz seiner schwierigen letzten Saison noch zu den besten Skifahrern der Welt. Und er wird im Weltcup auch heuer wieder ein gewichtiges Wort mitreden.

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