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Beat Feuz dankt ab. © AFP / FABRICE COFFRINI

Beat Feuz und das Ende einer Ära im Abfahrtssport

Dort, wo er seine letzten drei von insgesamt 16 Weltcupsiegen gefeiert hat, geht am Wochenende eine große Skikarriere zu Ende. Mit Beat Feuz verliert der alpine Skirennsport eine prägende Gestalt, einen jener unverkennbaren Charaktere, von denen es oft heißt, dass sie mittlerweile rar geworden seien.

„Ich will nicht mit einem Kostüm auffallen, sondern mit einer schnellen Zeit“, verlautbarte Feuz unlängst auf einer Pressekonferenz. Damit spielte er auf einen seiner Teamkollegen an, der in seinen ersten Jahren als Skirennläufer noch zu den Großen des Abfahrtssports gehört hatte: Didier Cuche. Dieser hatte sich am Ende der Saison 2011/12 im Retro-Look auf Holzskiern in einem Riesenslalom von der Bühne des Skirennsports verabschiedet. „Das war eine schöne Geschichte“, meinte Feuz, „aber wer mich kennt, weiß, dass mein Abschied mit einem echten Wettkampf zu tun haben muss.“


Vom Publikum in seiner Schweizer Heimat hatte sich Feuz schon am vergangenen Wochenende verabschiedet – und das mit durchaus beeindruckenden Leistungen. Im Super-G belegte er den siebten Rang, in der Abfahrt sogar Platz fünf. Im Zielraum erwartete ihn seine Lebensgefährten Kathrin Triendl, eine ehemalige österreichische Skirennläuferin, mit den beiden gemeinsamen Kindern.

Er blieb sich treu

Eine Art Schweizer Nationalheld, wie es in den 1980-er Jahren Pirmin Zurbriggen gewesen war, ist Feuz freilich nie geworden. Er suchte diese Rolle auch nicht, genoss lieber seine Ruhe und blieb seinem Charakter treu. Dass er seinen Wohnort schon vor Jahren nach Österreich verlegt hatte, mag dazu beigetragen haben. Konsequent weigerte sich der Emmentaler auch, Interviews in englischer Sprache zu geben. So liegt es wohl an seinem jungen Teamkollegen Marco Odermatt, die Rolle des neuen Stars des Schweizer Skirennsports auszufüllen, auf den die Öffentlichkeit schon so lange wartet.

Beat Feuz hat den Abfahrtssport geprägt. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT


Ein mit außergewöhnlichem Talent ausgestatteter Skirennläufer war Beat Feuz zweifellos. Die Geschichte, wie oft er um den Fortbestand seiner Karriere bangen musste, ist unzählige Male repliziert worden. Ende 2012, als er gerade seine ersten Siege im Weltcup eingefahren hatte, stand er vor vielen Fragezeichen. Ab dem Comeback im Winter 2013/14 ging es allerdings nur noch bergauf. Viermal konnte Feuz den Abfahrtsweltcup gewinnen – und das obwohl, wie Bernhard Russi, ein anderer Großer des Schweizer Skirennsport meinte, er den größten Teil seiner Rennen nicht mit 100 Prozent gefahren sei. Fraglos gelang es dem mittlerweile 36-jährigen, Höchstleistungen zu den richtigen Momenten zu erbringen, besonders bei der Abfahrt anlässlich der Heim-Weltmeisterschaft in St. Moritz 2017 und bei den Olympischen Spielen in Peking 2022.

So verlässt nach Matthias Mayer und Mauro Caviezel der dritte Speedfahrer innerhalb von kurzer Zeit den alpinen Skiweltcup. Seine Karriere während der Saison zu beenden, scheint derzeit in Mode zu sein. Im Falle von Beat Feuz war es zweifellos die Karriere eines Rennläufers, der mit ganz besonderem Gespür und Talent ausgezeichnet war.

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