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Federica Brignone hat ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Allerdings rückte er angesichts der Geschehnisse etwas in den Hintergrund. © ANSA / ANDREA SOLERO

Brignones Befreiungsschlag in einem verfluchten Super-G

Federica Brignone hat sich im Super-G am San-Pellegrino-Pass eindrucksvoll zurückgemeldet. Allerdings rückte ihr Sieg angesichts zweier schwerer Stürze etwas in den Hintergrund.

Es war bisher nicht der Winter der Federica Brignone, die noch nicht ihre Form der letzten Saison – in der sie den Gesamtweltcup gewann – erreichte. Nun setzte die Aostanerin aber ein großes Ausrufezeichen und entschied den Super-G im Fassatal für sich. Es war dies ihr erster Saisonsieg und eine beispielhafte Reaktion auf ihre verkorkste Heim-Weltmeisterschaft in Cortina.


Dabei war Brignone vor dem Rennen keine Top-Favoritin auf den Sieg. Die heißeste Anwärterin kam nämlich aus der Schweiz und heißt Lara Gut-Behrami. Die Eidgenossin fuhr im Super-G bisher in einer eigenen Liga, gewann vier von fünf Rennen und zusätzlich auch noch den Weltmeistertitel in dieser Disziplin. Noch dazu hatte sie mit den beiden Abfahrtssiegen am Freitag und Samstag großes Selbstvertrauen getankt. Doch Brignone war am Sonntag eine Klasse für sich.

Brignone auf den Spuren von Compagnoni
Die kurvenreiche Strecke spielte der Italienerin ideal in die Karten, hier konnte sie ihre ganzen technischen Stärken ausspielen. Weil Brignone auch noch risikofreudig fuhr und nahezu fehlerlos blieb, stellte sie mit Startnummer fünf die Bestzeit auf. Lara Gut-Behrami, die mit der sieben kam, wirkte im Vergleich zu ihren beiden Abfahrtssiegen an diesem Wochenende einen Tick kraftloser und kam schlussendlich mit sechs Zehntelsekunden Rückstand ins Ziel. Dies reichte für den zweiten Platz, wodurch die Schweizerin den Sieg der Super-G-Kugel perfekt machte. Dritte wurde mit Corinne Suter ebenfalls eine Schweizerin.

Brignone zeigte eine starke Leistung. © APA/afp / MIGUEL MEDINA


Dahinter folgen mit Elena Curtoni, Francesca Marsaglia und Marta Bassino drei Italienerinnen. Folglich sind auf den ersten sechs Plätzen vier Azzurre zu finden – eine grandiose Mannschaftsleistung. Teresa Runggaldier landete indes an Position 40, während Nadia Delago ausschied. Für Brignone war es der 16. Weltcupsieg ihrer Karriere, weshalb sie mit der erfolgreichsten italienischen Skirennläuferin Deborah Compagnoni gleichgezogen ist.
Zwei Mal muss der Helikopter anrücken
Überschattet wurde das Rennen im Fassatal von zwei schweren Stürzen. Zuerst erwischte es Shootingstar Kajsa Vickhoff Lie, die mit hohem Tempo einen Abflug machte. Weil sich die Skier nicht lösten, verdrehte es der Norwegerin die Beine – ihre Schmerzensschreie waren im TV zu hören und gingen durch Mark und Bein. Lie musste mit dem Helikopter abtransportiert werden, das Rennen war rund eine halbe Stunde unterbrochen. Wie schwer das Ausmaß der Verletzungen ist, steht zur Stunde noch nicht fest. Ersten Berichten zufolge wird ein Schien- und Wadenbeinbruch vermutet.

Kajsa Vickhoff Lie musste mit dem Helikopter abtransportiert werden. © APA/afp / MARCO BERTORELLO


Wenig später traf es auch die Österreicherin Rosina Schneeberger, die bei einem Tor hängen blieb und übel zu Sturz kam. Sie dürfte sich eine Knieverletzung zugezogen haben. Auch bei Schneeberger musste der Hubschrauber anrücken, eine längere Unterbrechung war die Folge. Zu allem Überfluss erwischte es auch noch einem Pistenarbeiter, der sich offenbar an der Schulter verletzte. Der Super-G im Fassatal stand definitiv unter keinem guten Stern.

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Autor: det

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