L Ski Alpin

Ist die tragische Figur bei diesen Winterspielen: Mikaela Shiffrin. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Brignones Bronze & Shiffrins Albtraum: Stürmisches Kombi-Finale

Das letzte Einzelrennen im Ski Alpin bei diesen Olympischen Spielen ist Geschichte: Am Donnerstagmorgen ging die Damen-Kombi über die Bühne, die für viel Dramatik gesorgt hat.

Von:
Thomas Debelyak

Es war alles angerichtet für die große Wiedergutmachung der Mikaela Shiffrin. Die US-Amerikanerin, die mit ihren Ausfällen im Slalom und Riesentorlauf bereits zur tragischen Figur dieser Olympischen Spiele geworden war, legte in der Kombination eine starke Abfahrt hin. Sie rangierte zur Halbzeit auf Platz 5 und befand sich so in einer idealen Ausgangslage für ihre Paradedisziplin, den Slalom. Auch, weil der Kurs von ihrem Trainer Mike Day gesteckt wurde. Doch dann erlebte die aktuell erfolgreichste Skifahrerin der Welt erneut ein Drama.


Bereits nach wenigen Sekunden fuhr Shiffrin ein Tor zu direkt an, musste korrigieren, kam aus dem Gleichgewicht und schied aus. Damit war auch die letzte Medaillenchance für den US-Superstar verpufft. Shiffrin stand daraufhin minutenlang am Rand der Strecke, schaute ungläubig, musste von den Betreuern getröstet werden.

Brignone holt Bronze
Des einen Leid ist bekanntlich des anderen Freud: Denn mit Shiffrin schied so eine ganz heiße Favoritin aus. Hätte die Ski-Dame aus Colorado ihren Lauf durchgebracht, wer weiß, ob Federica Brignone dann mit ihrer zweiten Medaille bei diesen Winterspielen dagestanden wäre. Die Aostanerin zeigte eine solide Abfahrt und einen erstaunlich starken sowie blitzsauberen Slalom, der sie im Endranking auf Platz 3 und somit zur Bronzemedaille beförderte. Für Brignone ist es nach Riesentorlauf-Silber das zweite Edelmetall in Peking.

Federica Brignone holte Bronze. © APA/afp / DIMITAR DILKOFF


Gold und Silber gingen dagegen an die Schweiz: Michelle Gisin und Wendy Holdener, die nach dem Shiffrin-Ausfall zu den nominellen Favoritinnen avancierten, zeigten keine Nerven und schnappten sich die ersten beiden Plätze.
Gold für Gisin, Silber für Holdener
Für Gisin (sie ist die Freundin von Luca De Aliprandini) ist es der zweite Olympiasieg, denn bereits in Pyeongchang errang sie Gold in der Kombi. Holdener holte sich mit Silber dagegen ihre insgesamt fünfte Medaille bei den Winterspielen. Für die Schweiz war es übrigens der bereits fünfte Ski-Olympiasieg in Peking – das ist einsame Spitze.

Michelle Gisin holte Gold. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Nichts zu holen gab es dagegen für die einzige Südtirolerin am Start, Nicol Delago. Neunte nach der Abfahrt, schied sie im Slalom bei der Hälfte des Rennens aus. Damit sind die Olympischen Spiele für die Grödnerin zu Ende.
Auslaufmodell Kombination
Dass die Kombination ein Auslaufmodell ist, zeigt sich beim Blick auf die Ergebnisse: Nur 15 Läuferinnen haben es in die Endwertung geschafft. Tereza Nova hatte als 14. einen Rückstand von fast 10 Sekunden, die chinesische Exotin Fanying Kong kam gar mit 22 Sekunden Verspätung ins Ziel.

Nun steht noch ein Ski-Rennen auf dem Programm: In der Nacht auf Samstag geht das Teamevent über die Bühne.

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