
Niels Hintermann, Abfahrts-Star aus der Schweiz. © AFP / JOE KLAMAR
Brisante Entscheidung: Krach im Schweizer Ski-Team
Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür – und im Schweizer Ski-Team brodelt es. Ein Abfahrts-Star geht mit seinen Trainern hart ins Gericht.
04. Februar 2026
Von: det
Am Freitag werden die Olympischen Spiele in Mailand und Cortina feierlich eröffnet, bereits tags darauf steht das erste große Highlight an. Dann wird in Bormio nämlich der Abfahrts-Olympiasieger gekürt. Doch vor diesem Spektakel gehen im Schweizer Ski-Team die Wogen hoch.
Niels Hintermann, einem Abfahrer der Eidgenossen, platzte nach dem ersten Abfahrtstraining am Mittwoch der Kragen. Einerseits, weil er mehr als zwei Sekunden auf den Trainingsschnellsten Ryan Cochran-Siegle eingebüßt hat. Andererseits, weil er über eine Entscheidung des Trainerteams fuchsteufelswild war.
„Das ist nicht okay!“ Niels Hintermann
„Was diese Herren am Dienstagnachmittag entschieden haben, ist nicht okay. Es ist nicht im Sinne des Sports!“, ließ der 30-Jährige gegenüber Blick seinem Ärger freien Lauf. Was Hintermann so sauer macht? Es ist die teaminterne Qualifikation, bei der er sich gegen Stefan Rogentin um den letzten Startplatz für die Olympia-Abfahrt duellieren muss.
Kein Podest, kein fixer Startplatz – oder?
„Ich habe zwar überhaupt nichts dagegen, dass ich diese Qualifikation bestreiten muss, schließlich habe ich im laufenden Weltcup-Winter keinen Podestplatz herausgefahren. Aber Alexis Monney kann aus dieser Saison auch keinen Top-3-Rang vorweisen, dennoch hat man ihn gesetzt“, so Hintermann.Alexis Monney muss nicht in die Qualifikation. © ANSA / ALESSANDRO DELLA VALLE
Der Schweizer führt aus: „Seit ich 2017 anlässlich der WM in St. Moritz erstmals an einem Großereignis dabei war, war es im Schweizer Abfahrtsteam immer so, dass die Athleten, die im Weltcup nicht den Sprung aufs Podest geschafft haben, ausnahmslos im Training eine Quali bestreiten mussten. Doch jetzt fängt man leider plötzlich etwas Neues an.“
Monney kann Ärger nachvollziehen
Von den Ergebnissen sind Monney und Hintermann in etwa gleichauf. Monney wurde ein Mal Fünfter und holte drei weitere Top-10-Plätze (9, 9, 10), Hintermann hat die Ränge 6 und 7 zu Buche stehen. Pluspunkt für Monney: Er hat 2024 die Abfahrt von Bormio gewonnen. Cheftrainer Tom Staufer erklärte gegenüber Blick: „Das Gesamtbild hat bei dieser Trainerentscheidung den Ausschlag zugunsten von Alexis gegeben.“Monney war übrigens selbst überrascht, dass er keine Quali fahren muss. „Ich hatte mich gedanklich bereits auf die Quali vorbereitet, ich habe mich auf eine brutal schwere Woche eingestellt. Aber ohne Quali-Druck kann ich natürlich sehr viel Energie sparen. Ich kann den Ärger von Hintermann aber nachvollziehen, an seiner Stelle wäre ich auch genervt.“
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