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Vincent Kriechmayr wird in Wengen starten – eine umstrittene Entscheidung. © APA / EXPA/JOHANN GRODER

„Das ist Kindergarten“: Zoff in der Ski-Szene

Bei den Wengen-Rennen sorgt eine Entscheidung der FIS wieder einmal für Wirbel. Im Zentrum: Vincent Kriechmayr.

Vincent Kriechmayr hat nervenzehrende Tage hinter sich. Wegen einer Corona-Infektion konnte er erst auf den letzten Drücker nach Wengen kommen, sprich am Mittwochabend. Am Donnerstag absolvierte er den Super-G. Eigentlich wäre er für die beiden Abfahrten am Freitag und Samstag nicht startberechtigt gewesen, denn hierfür hätte er einen der beiden Trainingsläufe am Dienstag oder Mittwoch bestreiten müssen. Doch die FIS erteilte Kriechmayr eine Sondergenehmigung.


„Wir wollen vermeiden, dass ein Läufer nicht starten kann wegen diesem verdammten Covid“, erklärte FIS-Renndirektor Markus Waldner und ergänzt: „Wir haben nicht so entschieden, weil es Herr Kriechmayr ist, der ein Weltmeister ist und hier gewonnen hat. Wir würden für jeden Läufer so entscheiden, weil wir in sehr komplizierten Covid-Pandemie-Zeiten leben.“


Doch diese Entscheidung wurde nicht nur mit Wohlwollen aufgenommen. Vor allem im Schweizer Ski-Verband ist der Ärger groß. „Grundsätzlich müssen wir die Entscheidungen der Jury akzeptieren. Aber es ist für die Zukunft gefährlich, wenn Reglemente einfach so verändert werden“, erklärt der Herrenchef der Eidgenossen, Tom Stauffer. Walter Reusser, der Alpin-Direktor der Schweizer, sagte im SRF: „Ob er hier fährt oder nicht, ist mir eigentlich egal. Es geht darum, dass die Regeln eingehalten werden. Es regt mich auf. Das ist reiner Kindergarten.“

Wie der Blick berichtet, sollen sowohl die Schweizer als auch die Franzosen Protest eingelegt haben. Urs Lehmann, der Präsident von Swiss Ski, erklärt: „Das ist eine ganz delikate Entscheidung. Es ist absolut nichts gegen Vincent Kriechmayr. Aber das ist Willkür und öffnet alle Türen für weitere Sonderwünsche. Dieser Entscheid ist absolut nicht in Ordnung.“ Da ist also ordentlich Zündstoff drin. Am Freitag geht ab 12.30 Uhr jedenfalls die erste von zwei Lauberhorn-Abfahrten über die Bühne.

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Die blöde Figur macht nur der Waldner von der FIS. Die Österreicher machen nur das, wofür sie glauben, bezahlt zu werden (arrogant auftreten, wie Giger das versteht). Ein alter Hut: die Südtiroler dürfen sich nicht von den Österreichern einspannen lassen, was dabei herauskommt, hat schon Andreas Hofer erlitten.

15.01.2022 09:06

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