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Aleksander Aamodt Kilde sorgte für Furore. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Der wilde Kilde biegt die Schweizer in Wengen

Die erste Abfahrt in Wengen ist Geschichte – und brachte einen Premierensieger hervor. Zudem sorgten zwei Schweizer für Furore, während die Südtiroler dieses Mal etwas hinterherhinkten.

Am Donnerstag hatte sich im Super-G noch Marco Odermatt gegen Aleksander Aamodt Kilde durchgesetzt. Einen Tag später sieht die Reihenfolge anders aus: In der ersten von zwei Abfahrten in Wengen behielt der Norweger dank einer genialen Fahrt die Oberhand und feierte so seinen ersten Sieg unter dem berühmt-berüchtigten Lauberhorn.


Kilde und Odermatt – diese beiden Skifahrer sind zurzeit wirklich in einer eigenen Liga. Allein die Zahlen sind imponierend: Kilde hat heuer zehn Rennen bestritten und fünf davon gewonnen. Trotzdem liegt er in der Gesamtwertung knapp 400 Punkte hinter dem Führenden Odermatt auf Platz 2 – beeindruckend.

Kildes geniale Fahrt
Auch am Freitag lieferten sich die beiden Giganten einen spannenden Kampf um den Sieg. Weil man den Athleten nicht zwei Lauberhorn-Abfahrten in voller Länge zumuten wollte (auch am Samstag wird in Wengen gestartet), war die Strecke zwar etwas verkürzt, doch an Spektakel verlor sie nichts. Kilde ging mit Startnummer 11 ins Rennen, meisterte alle Schlüsselpassagen – sprich Hundschopfkante, Kernen-S und Ziel-S, mit einer herausragenden Souveränität und kam mit einem satten Vorsprung von drei Zehntelsekunden auf den bis dahin Führenden Wengen-Spezialisten Beat Feuz ins Ziel.

Freute sich über Platz 2: Marco Odermatt. © APA/afp / FABRICE COFFRINI


Wenige Minuten später schaute Kilde vom Leaderbord aus gespannt auf den Fernseher im Zielraum, denn am Start stand Marco Odermatt. Dieser spielte vor allem in den technisch kniffligsten Passagen, insbesondere dem Kernen-S, seine ganze Klasse aus und lag zwischenzeitlich auch vorne, doch im Zielhang büßte er die entscheidenden Hundertstelsekunden ein und landete so auf Platz 2. Bis zum Schluss sollte sich an der Podest-Konstellation Kilde-Odermatt-Feuz – oder Norwegen-Schweiz-Schweiz – nichts mehr ändern.
Kleine Fehler, große Wirkung

Dominik Paris wurde Neunter. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT


Die Südtiroler haben dagegen noch Luft nach oben. Dominik Paris meisterte seine traditionellen Problemstellen im oberen Teil zwar solide, doch im Schlussteil verlor er einiges an Zeit und musste sich so mit dem 9. Platz begnügen. Folglich ist der Ultner auch das Rote Trikot des Führenden in der Abfahrtswertung los. Auch Christof Innerhofer war oben bärenstark unterwegs und bei der zweiten Zwischenzeit sogar schneller als der Rest des Feldes, doch ein Patzer im Mittelteil vermieste dem Gaiser eine Top-Platzierung. Am Ende wurde es der 13. Rang.

Die verkürzte Abfahrt am Freitag war also ein leckerer Appetitanreger für das große Lauberhornrennen am Samstag (12.30 Uhr). Dann wird von ganz oben gestartet. Bleibt abzuwarten, wer bei der längsten Abfahrt der Welt die Nase vorne haben wird.

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