L Ski Alpin

24 "Azzurri" gehen in Schladming an den Start (alle Fotos: Pentaphoto) Denise Karbon und Manuela Mölgg Peter Fill im Interview mit Rai-Moderatorin Ivana Vaccari, Werner Heel und Siegmar Klotz Dominik Paris

Die Chancen der Südtiroler bei der Ski-WM in Schladming

In Mailand wurde am Sitz der „Banca Popolare di Milano“ die italienischen Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft in Schladming vom 5. bis 17. Februar offiziell vorgestellt. Die beiden Rennleiter Claudio Ravetto und Raimund Plancker nehmen insgesamt 24 Athleten mit, das größte Kontingent stellt Südtirol mit neun WM-Teilnehmern. Acht kommen aus der Lombardei, vier aus der Nachbarprovinz Trentino.

Bei den letzten Titelkämpfen in Garmisch holten die Südtiroler fünf Medaillen: Christof Innerhofer gewann einen kompletten Medaillensatz (Gold im SuperG, Silber in der Kombination und Bronze in der Abfahrt), während Manfred Mölgg im Slalom und Peter Fill in der Kombination Bronze herausfuhren. Es wäre natürlich ein Traum, in Schladming dieses Ergebnis zu wiederholen. Auf dem Papier haben alle neun Südtiroler WM-Teilnehmer, zwei Damen und sieben Männer, die Chance aufs Podest zu steigen.

Bei den Damen stehen mit den erfahrenen Denise Karbon und Manuela Mölgg nur mehr zwei Südtirolerinnen im WM-Kader. Etwas überraschend kam der Ausschluss von Lisa Agerer. Hanna Schnarf ist verletzt, Lucia Recchia hat die Karriere beendet, Verena Stuffer und Nicole Gius scheiterten in der Qualifikation.

Die Kastelrutherin Denise Karbon hat ihre erste WM bereits 2001 in St. Anton bestritten. Zwei Jahre später holte sie in St. Moritz im Riesentorlauf Silber, 2007 folgte in Are die Bronzemedaille. Dazu kommen noch drei vierte Plätze, eine Fahrerin also, die bei Weltmeisterschaften immer das Beste herausholen kann. Heuer lief es bisher nicht ganz nach Wunsch ihr bestes Weltcupergebnis war Rang 7 in Sölden. In Maribor zeigte sie aber im zweiten Lauf, dass ein Spitzenergebnis immer möglich ist.

Auch Manuela Mölgg war schon vor zehn Jahren bei der WM am Start. Für eine Medaille hat es aber bisher noch nie gereicht. Vor zwei Jahren in Garmisch wurde sie sowohl im Slalom als auch im Riesentorlauf sechste. Die Ennebergerin leidet seit Saisonbeginn an Rückenschmerzen und konnte deshalb heuer nie voll trainieren. Mölgg wird im Slalom und im Riesentorlauf starten.

Bei den Männern werden in Schladming alle Augen auf Christof Innerhofer gerichtet sein. Er war in Garmisch vor zwei Jahren der Superstar, gewann gleich drei Medaillen und wurde im SuperG Weltmeister. Auch heuer lief es bisher recht gut, obwohl auch er oft gesundheitlich angeschlagen war. Innerhofer gewann die Abfahrten in Beaver Creak und Wengen und wurde im SuperG in Kitzbühel Dritter. Der Gaiser ist sicherlich einer der Topfavoriten dieser WM.

Einer seiner größten Konkurrenten in der Abfahrt wird wohl der Ultner Dominik Paris sein. Der 23-Jährige bestreitet in Schladming erst seine zweite WM, hat aber heuer seine ganze unglaubliche Klasse schon mit den Weltcupsiegen auf den äußerst schwierigen Pisten in Bormio und Kitzbühel bewiesen. Paris gilt in der Abfahrt und in der Kombination als Fixstarter und wird wahrscheinlich im SuperG zuschauen müssen.

Zwei WM-Medaillen hat schon Peter Fill gewonnen. Der 30-jährige Kastelruther holte 2009 in Val D´Isere Silber im SuperG und vor zwei Jahren in Garmisch Bronze in der Kombination. Jetzt fehlt im eigentlich nur mehr Gold. Fill wird in Schladming seine sechste WM bestreiten, ist aber nach dem spektakulären Sturz in Kitzbühel angeschlagen.

Wie Peter Fill hat auch Manfred Mölgg schon zwei WM-Medaillen in seinem Wohnzimmer hängen. 2007 gewann er in Are Silber im Slalom, vor zwei Jahren wurde er in Garmisch Dritter. Der 30-Jährige ist heuer in bestechender Form, wurde Zweiter beim Weltcupauftakt in Sölden, dritter in Adelboden und sage und schreibe viermal Vierter. Er ist in den technischen Disziplinen ein ganz heißer Medaillenkandidat.

Sehr gut läuft es heuer wieder bei Werner Heel , besonders im SuperG. Der 30-Jährige aus Walten stieg in Gröden aufs Podest und wurde in Beaver Creak und Lake Louise Fünfter. Dazu kommen noch die beiden sechsten Plätze in der Abfahrt von Bormio und Gröden. Für Heel ist es die vierte WM-Teilnahme.

Der Sarner Patrick Thaler ist hingegen zum dritten Mal bei deiner WM dabei. In Val d'Isére vor vier Jahren wurde er Siebter im Slalom, in Garmisch war er nicht qualifiziert. Heuer hat sich der 34-Jährige wieder empfohlen, mit Rang fünf in Levi, sechs in Kitzbühel und zehn in Zagreb.

Der einzige WM-Neuling der Südtiroler ist Siegmar Klotz . Beim 25-jährigen Ultner zeigt die Formkurve stark aufwärts mit den zehntenPlätzen von Kitzbühel und Wengen.


Die 28 Südtiroler WM-Medaillen:

Gold (11)
1932 Cortina d'Ampezzo: Abfahrt, Paula Wiesinger
1966 Portillo: Slalom, Carlo Senoner
1972* Sapporo: Riesentorlauf, Gustav Thöni
1972* Sapporo: Kombination, Gustav Thöni
1974 St. Moritz: Slalom, Gustav Thöni
1974 St. Moritz: Riesentorlauf, Gustav Thöni
1976* Innsbruck: Kombination, Gustav Thöni
1996 Sierra Nevada: Super-G, Isolde Kostner
1997 Sestriere: Super-G, Isolde Kostner
2007 Åre: Super-G, Patrick Staudacher
2011 Garmisch: Super-G, Christof Innerhofer

Silber (10)
1972* Sapporo: Slalom, Gustav Thöni
1976* Innsbruck: Slalom, Gustav Thöni
1991* Saalbach: Abfahrt, Peter Runggaldier
2001* St. Anton: Riesentorlauf, Karen Putzer
2001* St. Anton: Super-G, Isolde Kostner
2003* St. Moritz: Riesentorlauf, Denise Karbon
2005 S. Caterina: Super-G, Lucia Recchia
2007 Åre: Slalom, Manfred Mölgg
2009 Val d'Isere: Super-G, Peter Fill
2011 Garmisch: Super-Kombi, Christof Innerhofer

Bronze (7)
1972* Sapporo: Slalom, Roland Thöni
1976* Innsbruck: Abfahrt, Herbert Plank
2001 St. Anton: Kombination, Karen Putzer
2007 Åre: Riesentorlauf, Denise Karbon
2011 Garmisch: Abfahrt, Christof Innerhofer
2011 Garmisch: Slalom, Manfred Mölgg
2011 Garmisch: Super-Kombi, Peter Fill

*Von 1939 bis 1980 wurde Olympia als WM gewertet


Autor: sportnews

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