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Holte Gold: Lara Gut-Behrami. © APA/afp / DIMITAR DILKOFF

Die Olympia-Erlösung der Lara Gut-Behrami

Lara Gut-Behrami und die Olympischen Spiele – das war bisher noch nicht die große Liebe. In Peking scheint sich das zu ändern. Die Schweizerin kürte sich am Freitag zur Olympiasiegerin und beendete so eine bittere Serie.

Von:
Thomas Debelyak

Ein vierter Platz bei Olympia – das ist für einen Sportler ein Albtraum. Eine Medaille ist im selben Moment so nahe und doch so fern. Man kann sich deshalb denken, wie es in Lara Gut-Behrami während der letzten beiden Olympischen Spiele nach dem Super-G ausgesehen hat. In Sochi fehlten ihr 2014 sieben Hundertstel auf Bronze, 2018 in Pyeongchang war es gar nur eine Hundertstel – beide Male wurde sie Vierte, beide Male war die Enttäuschung enorm. Nun haben sich die Tränen der Trauer bei der Schweizerin aber in Tränen der Freude verwandelt.


Im Super-G von Peking bot die 30-Jährige aus Tessin ihr ganzes fahrerisches Können auf, fuhr eine extrem enge Linie und bewältigte den Lauf auf der neugebauten Piste in Yanqing mit Abstand am schnellsten. Eine Top-Fahrt, mit der Gut-Behrami die bis dahin Führende Österreicherin Mirjam Puchner um 22 Hundertstelsekunden auf Platz 2 verdrängte. Anschließend kam keine Läuferin auch nur annähernd an die Zeit der Schweizerin heran, weshalb der erste Olympiasieg in der Karriere der Lara Gut-Behrami immer klarere Konturen annahm und schließlich gegen halb 6 Uhr (MEZ) in trockenen Tüchern war.

Späte Genugtuung
Für die 30-Jährige ist es die insgesamt dritte Medaille bei den Winterspielen. 2014 holte sie in Sochi Bronze in der Abfahrt, vor wenigen Tagen heimste sie dasselbe Edelmetall im Riesentorlauf ein. Dass sich Gut-Behrami von ihren schwierigen Jahren erholt hat, wurde bereits vor einem Jahr ersichtlich, als sie sich in Cortina d'Ampezzo zur Doppelweltmeisterin (Super-G und Riesentorlauf) küren konnte. Zudem verpasste sie im vergangenen Winter den Sieg des Gesamtweltcups nur hauchdünn.

Fuhr ein bärenstarkes Rennen: Lara Gut-Behrami. © ANSA / GUILLAUME HORCAJUELO


Neben der 34-fachen Weltcupsiegerin schaffte es mit Michelle Gisin eine weitere Schweizerin aufs Podest: Die Freundin von Luca De Aliprandini holte sich hinter Mirjam Puchner die Bronzemedaille.
Azzurre enttäuschen
Das Rennen hielt aber auch einige Enttäuschungen parat, allen voran für die Azzurre. Federica Brignone hat heuer im Weltcup drei Super-Gs gewonnen und war eine der großen Favoritinnen in Yanqing, doch sie kam nicht auf Touren und wurde nur Siebte. Auch Elena Curtoni, die heuer drei Super-G-Podestplätze vorweisen kann, konnte sich ihren Medaillentraum nicht erfüllen: Sie wurde Zehnte. Mikaela Shiffrin, die nach zwei herben Enttäuschungen im Slalom und Riesentorlauf Selbstvertrauen sammeln wollte, landete auf Rang 9.


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