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Marcel Hirscher rechnet mit dem Ski-Zirkus ab. © APA / EXPA/JFK

Die Hirscher-Abrechnung: „Unvorstellbar, wie ich das aushielt“

Marcel Hirscher ist ein Mann der klaren Worte. Das hat er in einem Interview mit Red Bulletin einmal mehr verdeutlicht. Denn: Der wohl beste Skifahrer aller Zeiten hat mit seinem Sport gnadenlos abgerechnet.

Marcel Hirscher hat im Skisport alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt – und sogar mehr. Er wurde acht Mal Gesamtweltcupsieger, darf sich zweifacher Olympiasieger nennen, gewann bei Weltmeisterschaften sieben Goldmedaillen und feierte obendrein noch 67 Weltcupsiege. Der Salzburger war als Arbeitstier bekannt, der gar nichts dem Zufall überließ. Auch nicht seinen Abschied, den er wohl überlegt im September 2019 verkündete.


Wenn Hirscher an seine Karriere zurückdenkt, kommen aber nicht nur gute Erinnerungen zum Vorschein. Im Gegenteil. „Das Schlimmste für mich war, herauszufinden, wie einseitig mein Weg, wie vorgegeben mein Leben war. Null Spielraum für eigene Entscheidungen“, sagte er im Interview mit Red Bulletin auf die Frage, wie er die Zeit unmittelbar nach seiner Karriere erlebte.

Leibeigener von anderen
Und weiter: „Heute hocke ich hier am Berg und lass es mir gutgehen. Mache, worauf ich Lust habe. So sind viele coole Projekte entstanden: meine Skifirma, mein Team. Da sage ich alleine, wie ich es mir vorstelle, und niemand sonst. Als Skifahrer bist du verkauft. Das macht etwas mit dir. Ich war auf eine gewisse Art Leibeigener von anderen.“
„Das Team, mit dem ich unterwegs war, wurde mir vorgesetzt.“ Marcel Hirscher

Hirscher habe sich absolut an die Schmerzgrenzen dieses Systems herangetastet. „Und dennoch: Heute ist völlig unvorstellbar, wie ich das ausgehalten habe! Das Team, mit dem ich unterwegs war, wurde mir vorgesetzt. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht, dass ich es eigentlich selbst zusammenstellen sollte. Immerhin sind das die wichtigsten Personen für deinen Erfolg.“

Der Ski-Star hofft, dass sich daran in Zukunft etwas ändert. Angefangen bei seinem Team, das er nach den etwas anderen Regeln aufstellen will. „Mein Knowhow einbringen – aber aussuchen müssen sich die Athleten ihre passenden Bausteine selber.“

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