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Mit einem goldenen Helm zum letzten Mal auf der großen Bühne: Janka hat am Samstag in Wengen seine Karriere beendet. © APA/afp / MARCO BERTORELLO

Ein ganz Großer ist abgetreten: So gut war Carlo Janka wirklich

Mit Carlo Janka hat sich am Samstag ein ganz großer Skirennläufer von der Weltcup-Bühne verabschiedet. Dass sein letzter Auftritt in Wengen erfolgte, ist kein Zufall. Die Lauberhorn-Rennen waren wie ein zweites Wohnzimmer für den Eidgenossen.

Von:
Christian Staffler

Die Karriere von Carlo Janka war von großen Erfolgen und niederschmetternden Verletzungen geprägt. Jetzt ist der Schweizer mit 35 Jahren in die Skipension übergegangen. SportNews blickt auf die Laufbahn von Janka zurück.


Am 21. Dezember 2005 betrat Janka in Kranjska Gora die Weltcupbühne. Knapp drei Jahre später setzte er den ersten Meilenstein, als er in Lake Louise bei der Abfahrt mit Startnummer 65 (!) auf den 2. Platz rauschte. Besonders bemerkenswert ist das Detail, dass dies Jankas erst drittes Abfahrtsrennen überhaupt im Weltcup war. Zwei Wochen später stand er in Val d’Isere (Riesentorlauf) zum ersten Mal ganz oben auf dem Siegerpodest.

Olympia- und Weltcup-Gesamtsieger
Was folgte, war ein grandioser Siegeszug. 2009 kürte er sich – abermals in Val d’Isere – zum Riesentorlauf-Weltmeister. In der Abfahrt holte er WM-Bronze. Ein Jahr später schnappte sich Janka nicht nur Olympia-Gold im Riesentorlauf, sondern auch den Gesamtweltcup. Es sollten dies die größten Triumphe seiner Karriere sein, obwohl er in der Sommer-Vorbereitung gesundheitliche Probleme (eine Viruserkrankung setzte ihn wochenlang schachmatt) hatte.

Carlo Janka mit der großen Kristallkugel: 2010 gewann der Schweizer den Gesamtweltcup. © AFP / SAMUEL KUBANI

Der erste große Rückschlag folgte im Dezember 2010. Der Schweizer Skiverband gab bekannt, dass Janka an einer Herz-Rhythmus-Störung leidet. Er musste immer wieder Pausen einlegen und verpasste u.a. die WM-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen, konnte am Ende der Saison aber trotzdem vier Weltcup-Podestplätze verbuchen. Chronische Rückenschmerzen waren ebenfalls ein stetiger Begleiter von Janka, sodass er immer wieder auf Rennen verzichten musste. Das hatte Auswirkungen auf FIS-Punkte und Startlisten. Janka fiel immer mehr zurück.
Phönix aus der Asche: Janka in Beaver Creek
2013 war Janka so weit zurückgefallen, dass er in Beaver Creek als drittletzter Fahrer (Nummer 68) starten musste. Der 6. Rang im Riesentorlauf war wie ein kleines Wunder für den Schweizer, der sich in der Folge wieder an die Weltspitze herantastete. Schließlich konnte er 2015 in Wengen (Kombination) und 2016 bei der Olympia-Generalprobe in PyeongChang (Super-G) zwei weitere Rennen gewinnen. Und apropos Beaver Creek: 2009 gewann Janka im amerikanischen Skiort alle drei Weltcup-Wettbewerbe (Kombination, Abfahrt, Riesenslalom). Den letzten Podestplatz konnte Janka 2020 bei der Abfahrt in Kvitfjell erreichen.

Sein Lieblings-Weltcuport war und blieb aber Wengen. Unter dem Lauberhorn stand Janka acht Mal auf dem Stockerl, drei Mal davon ganz oben. 2010 gewann er die traditionsreiche Abfahrt. Jetzt hat der Familienvater, der den Spitznamen „Jänks“ trägt, seine Karriere an diesem prestigeträchtigen Ort im Berner Oberland beendet. In Vergessenheit geraten wird die Skilegende Janka, mit seinen zwölf Siegen in vier Disziplinen, aber nie.

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