
Emma Aicher sorgt weiter für Furore. © APA/afp / PONTUS LUNDAHL
Ein packendes Generationenduell um die große Kugel
Slalom-Dominatorin gegen die beste Allrounderin – die packendste der noch offenen Kugelentscheidungen im alpinen Ski-Weltcup betrifft die Gesamtwertung der Frauen.
16. März 2026
Von: apa/dl
Technik-Spezialistin Mikaela Shiffrin liegt vor den verbleibenden vier Rennen im Olympia-Winter 140 Punkte vor Emma Aicher, das Rennen um Rang eins scheint aber nicht gelaufen. Aicher lässt nicht locker und hat vier Chancen zu punkten, Shiffrin aller Voraussicht nach deren drei. Es läuft auf einen Showdown hinaus.
Wenn es für Aicher heuer nicht klappen sollte, die Zukunft sollte ihr gehören. Mit 22 Jahren zählt sie neun Lenze weniger als Shiffrin, deren Respekt ihr sicher ist: „Emma ist ruhig und bei sich. Es ist wirklich ein aufregender Kampf für die letzten Rennen“, sagte die US-Amerikanerin nach ihrem Sieg am Sonntag im Åre-Torlauf. „Sie verdient das richtig, sie ist top in allen Disziplinen. Es ist unglaublich, das zu sehen, da sie die Einzige ist. Aber ich werde weiterkämpfen und alle in meinem Team, die so hart gekämpft haben. Wir werden uns anstrengen.“
Shiffrin um Rekord, Aicher um Premiere
Shiffrin hat die große Kugel fünfmal geholt – 2017, 2018, 2019, 2022 und 2023. Macht sie das halbe Dutzend voll, würde sie mit Rekordhalterin Annemarie Moser-Pröll gleichziehen. Für Aicher wäre es die Premiere. Der Aufstieg der so unscheinbar fahrenden Deutschen in dieser Saison ist kometenhaft. Ihr Debüt im Weltcup hatte sie am 13. November 2021 an ihrem 18. Geburtstag mit Rang 19 im Lech-Slalom gegeben. „Dass ich sagen kann, dass ich im Kampf dabei bin, ist schon riesig für mich, weil vor einem Jahr war ich im Vergleich noch nirgends“, stellte Aicher fest.Mikaela Shiffrin hat noch 140 Punkte Vorsprung auf Emma Aicher. © APA/afp / PONTUS LUNDAHL
Daher sei sie stolz, Shiffrin mit 140 Punkten Vorsprung aber weit voraus. „Es ist sehr, sehr schwer. Ich werde mich auf meines konzentrieren und dann sieht man, was rauskommt.“ Enttäuscht wäre sie beim Ausbleiben des Coups nicht, wie Aicher andeutete. „Ich werde im Endeffekt sowieso zufrieden sein, denn ich kann mit dem Skifahren über alle vier Disziplinen über die Saison zufrieden sein.“ Ihren ersten Weltcupsieg hatte sie im März 2025 in der Kvitjfell-Abfahrt gefeiert, daher scheint Aicher für die für dieses Wochenende da angesetzten Speedrennen gute Karten zu haben.
Jägerin hat eine Punkte-Möglichkeit mehr
Shiffrin hingegen dürfte die Abfahrt auslassen und im Super-G auf ein paar Punkte hoffen. Möglich daher, dass Aicher als Führende in die für Dienstag und Mittwoch nächster Woche geplanten finalen Technikrennen geht. Und auch wenn sie alle ihre fünf Weltcupsiege im Speed-Metier gefeiert hat – davon drei in dieser Saison – hat nicht zuletzt ihr zweiter Rang im Åre-Slalom ihr Potenzial auch dort unter Beweis gestellt. Es war nach zwei dritten Plätzen ihr bisher bestes Torlauf-Ergebnis. Im Åre-Riesentorlauf war sie am Samstag unmittelbar vor Shiffrin Vierte geworden.„Emma ist ruhig und bei sich. Es ist wirklich ein aufregender Kampf für die letzten Rennen“ Mikaela Shiffrin
Letztere hätte bei Verpassen ihrer sechsten großen Kugel das wohl auf ihre relative Riesentorlauf-Schwäche in diesem Winter zurückzuführen. Denn während die 109-fache Rekordgewinnerin an Weltcuprennen im Slalom bei acht Siegen und einem zweiten Rang nur 20 Punkte herschenkte, gelang ihr im Riesentorlauf mit Rang drei in Spindleruv Mlyn bloß ein Podestrang. Dazu sammelte sie gerade einmal acht Speed-Punkte. Und auf der Technikseite hat Shiffrin beim Finale nicht den Vorteil eines gut bekannten Hanges – weder sie noch Aicher sind bisher in Hafjell gefahren.
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