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Victor Muffat-Jeandet ist fuchsteufelswild. © AFP / FABRICE COFFRINI

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Victor Muffat-Jeandet ist fuchsteufelswild. © AFP / FABRICE COFFRINI

„Eine Schande“: Ski-Star tobt nach Olympia-Aus

Die Olympischen Spiele stehen vor der Tür – doch einige bekannte Namen sind nicht dabei. Nun hat sich ein Slalom-Star nach seiner Ausbootung zu Wort gemeldet und ordentlich auf den Tisch gehauen.

Victor Muffat-Jeandet ist ein Veteran im Ski-Zirkus. Der 36-jährige Slalom-Spezialist hat stattliche 260 Weltcuprennen absolviert, wobei er elf Mal auf das Podest gerast ist. Doch nun bleibt dem Franzosen das wohl letzte große Karriere-Highlight verwehrt: Er wurde nicht für die Winterspiele in Mailand und Cortina nominiert.


Am Montag gab das französische Olympische Komitee das Aufgebot bekannt, Muffat-Jeandets Name schien in der Liste nicht auf. Am Abend meldete sich der Routinier auf Instagram zu Wort – und war sehr verärgert. Allerdings nicht mit dem französischen Verband, sondern mit den Regelungen der Olympischen Spiele.

Seit einem Jahr nie schlechter als 20.

„Ich liege aktuell auf Platz 14 der Slalom-Weltcup-Wertung. Seit über einem Jahr bin ich bei keinem Weltcuprennen außerhalb der Top 20 gelandet. Mein Sport war noch nie so umkämpft und anspruchsvoll, und ich hätte im Olympischen Slalom mit Startnummer 8 antreten können. Aber ich werde nicht zu den Winterspielen fahren“, beginnt der Eintrag von Muffat-Jeandet.

Victor Muffat-Jeandet darf nicht zu Olympia. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER

Victor Muffat-Jeandet darf nicht zu Olympia. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER


Der Grund dafür ist eine komplizierte neue Regelung zu den Olympia-Quotenplätzen. Diese Regelung betraf Frankreichs Ski-Team vor zehn Tagen besonders hart: Statt der erwarteten elf Herren-Startplätze gibt es lediglich sieben. Muffat-Jeandet blieb deshalb genauso auf der Strecke wie Superstar Alexis Pinturault.
„Am Ende bezahlen immer die Athleten den Preis.“ Victor Muffat-Jeandet

„Meine Olympische Flamme“, schrieb Muffat-Jeandet, „und meine Werte haben gerade einen schweren Schlag erlitten. Welches Bild vermitteln wir den jüngeren Generationen, die von ihrem Sport träumen, wenn Veranstaltungen, Spektakel und Politik wichtiger sind als Arbeit und Ergebnisse? Welch eine Schande, welch ein Mangel an Respekt gegenüber den Athleten und den Teams, die ihr ganzes Leben der Verwirklichung ihrer Träume widmen. Sie sind es immer, die am Ende den Preis dafür zahlen.“

Startnummer-Paradox und ein Hoffnungsschimmer

Muffat-Jeandet bemängelt, dass kleinere Nationen diese neuen Regelungen ausnutzen, um Athleten zu jedem Preis zu entsenden, notfalls auch durch Einbürgerungen. Was für den Franzosen außerdem noch paradox ist: In den Olympischen Rennen gibt es Punkte für die Weltcupstartliste. „Ich werde also Punkte in einem Rennen verlieren, an dem ich gar nicht teilnehmen darf. Somit falle ich wahrscheinlich aus den Top 15 und verliere eine gute Startnummer.“

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es für Muffat-Jeandet allerdings noch. Weil Norwegen auf einen Quotenplatz verzichtet, hat Frankreich nun acht Startplätze. An wen dieses letzte Olympia-Ticket geht, ist aber noch nicht klar.

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