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Eine ungewöhnliche Ski-Karriere geht zu Ende. © Social Media

Eine Ski-Exotin schmeißt hin: „Ich bin es einfach leid“

Im Ski-Weltcup tummeln sich zahlreiche Exoten, die es oft nicht einfach haben. Eine von ihnen hat nun ihre Karriere beendet – und das im zarten Alter von 28 Jahren.

Núria Pau war drei Jahre alt, als sie erstmals auf Skiern stand. Das ist an sich nichts Ungewöhnliches, im Fall der heute 28-Jährigen aber schon: Sie stammt nämlich aus Spanien, einem Land, das nicht unbedingt als Skifahrer-Nation bekannt ist. Pau wuchs jedoch in Ribes de Freser, einer Gemeinde in den spanischen Pyrenäen, auf, und hat im nahegelegenen Ski-Gebiet Vall de Nuria schon früh erste Eindrücke auf Schnee gesammelt. Nach denen war für sie schnell klar: „Ich will eine Skifahrer-Karriere starten.“


Pau hat es auch relativ weit gebracht. Die Riesentorlauf-Spezialistin bestritt 14 Weltcuprennen, 88 Europacup-Wettkämpfe, nahm an zwei Weltmeisterschaften teil und durfte im Februar dieses Jahres Olympische Luft in Peking schnuppern. Nun aber beendet die mehrfache spanische Riesentorlauf- und Slalommeisterin ihre Karriere.

Fehlende Unterstützung vom Verband
Grund dafür sind die schwierigen Umstände, unter denen Pau arbeiten musste. „Ich glaube nicht, dass ich immer die Unterstützung bekommen habe, die ich verdient gehabt hätte“, sagt die Ski-Exotin im Interview mit der spanischen Zeitung Mundo Deportivo – und schickt damit auch einige spitze Pfeile in Richtung Verband.
„Wir mussten stets hoffen, dass uns ein anderes Team Videos oder Infos zur Strecke gibt.“ Núria Pau

Wie Pau weiter ausführt, musste sie selbst vor jedem Winter an die Türen potentieller Sponsoren klopfen, damit sie genügend Geld für den Winter aufbringen konnte. Sie musste ihre Saison selbst planen und sich auch darum kümmern, einen Trainer zu finden. „Und vor den Rennen mussten wir stets hoffen, dass uns irgendein anderes Team Videos oder Informationen der Strecke zur Verfügung stellt, damit wir uns zumindest ein bisschen vorbereiten konnten“, so Pau.
Zukunft als Trainerin
Lange Zeit habe ihr das alles nichts ausgemacht, doch nun sei der Punkt gekommen, an dem es nicht mehr weitergehe. „Ich bin es einfach leid, immer um Hilfe bitten zu müssen“, so Pau, die ihre Karriere aber trotz aller Schwierig- und Widrigkeiten genossen hat. „Skifahren ist mein Leben. Und das wird es immer bleiben.“ So erklären sich nun auch ihre Zukunftspläne, denn die Spanierin möchte als Trainerin arbeiten.

Núria Pau hat 14 Weltcuprennen bestritten. © APA / EXPA/FLORIAN SCHROETTER


„Ich möchte mein ganzes Wissen, meine Erfahrung und alles, was ich im Laufe der Jahre gelernt habe, an die zukünftigen Generationen weitergeben. Ich hatte während meiner Karriere manchmal das Gefühl, dass mir nicht viel weitergegeben werden konnte und das ist schade“, so Pau, die sich ein großes Ziel gesetzt hat: „Ich will meinen Teil zur Zukunft des spanischen Skisports beitragen.“

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