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Sie fährt das schwierigste Rennen ihres Lebens. © Marta Giunti

Eine Ski-Geschichte, die unter die Haut geht

Ihr Name ist nur Ski-Insidern ein Begriff, dennoch hat ihre Geschichte in den letzten Tagen viele Menschen bewegt. Die Rede ist von Marta Giunti, die zurzeit den härtesten Kampf ihres Lebens führt.

Marta Giunti galt einst im italienischen Ski-Panorama als Talent, das den Sprung in den Weltcup schaffen könnte. Sie errang in vier Disziplinen Punkte im Europacup – und das vor ihrem 22. Geburtstag. Zahlen, die nicht viele vorweisen können. Inzwischen ist die Frau aus der Toskana fast 26-Jährig. Schwere Verletzungen bremsten ihre Entwicklung und verhinderten einen Aufstieg in die Königsklasse. Ihre Karriere hat Giunti aber noch nicht beendet. Im Vorjahr fuhr die Italienerin vor allem FIS-Rennen, wobei sie auch beim Europacup im Sarntal zum Einsatz kam. Heuer ist daran nicht zu denken: Die Speed-Spezialistin blieb den Skipisten aus gesundheitlichen Gründen fern.


Wie Giunti in den sozialen Medien schrieb, litt sie in den letzten Monaten unter Unwohlsein. Weil die Ursache dafür nicht gefunden wurde, wurde ein psychologisches Problem vermutet. Nach unzähligen Untersuchungen erhielt sie aber die Schockdiagnose: T-Zell-Defekt, zudem bestehe das Risiko einer seltenen Krankheit. „Das hätte vielleicht schon gereicht, aber was mich wirklich schockte, war die Aussage, dass ein Lymphom untersucht werden sollte“, schreibt Giunti. „Wie sind wir von einem einfachen 'ein Psychologe könnte alles lösen' zu 'du könntest Lymphdrüsenkrebs haben' gekommen?“, fragt sich die Italienerin.

Die ganze Kraft bündeln

Es möge absurd klingen, aber inmitten all dieses Bösen fühle sie sich gesegnet und empfinde Dankbarkeit für das Privileg, das sie habe: das Privileg, zu wissen. „Ich kenne nun meinen Gegner und ich kann es kaum erwarten, dieses Rennen zu gewinnen“, gibt sich Giunti kämpferisch. „Ich möchte alle Verletzungen, die ich hatte, die Operationen und die Tage, die ich im Krankenhaus verbracht habe, als Training betrachten, das es mir ermöglicht, für dieses Rennen bereit zu sein, bereit zu gewinnen.“ Abschließend schreibt Giunti: „Ich kann es kaum erwarten, euch mitteilen zu können, dass es sich um einen falschen Alarm gehandelt hat.“ Das wäre dann der größte Sieg ihrer Karriere.

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