
Ski-Superstar Federica Brignone. © Pentaphoto
Federica Brignone: „Ich habe die Schnauze voll davon“
Olympia-Heldin Federica Brignone ist mit dem Weltcuptross nach Soldeu übersiedelt. Vor den Rennen am Wochenende stand sie der Presse Rede und Antwort.
26. Februar 2026
Von: det
Es ist jetzt rund zwei Wochen her, dass Federica Brignone ihr persönliches Wunder vollbracht hat. Gold im Olympischen Super-G, Gold im Olympischen Riesentorlauf – die 35-Jährige aus Aosta hat die ganze Ski-Welt verblüfft, nachdem sie nur wenige Monate zuvor wegen eines brutalen Sturzes und einer Horrorverletzung um die Fortsetzung ihrer Karriere gebangt hatte.
Brignone ist aber eine Kämpferin, das stellt sie auch nun wieder unter Beweis. Nach dem Olympia-Trubel ist sie mittlerweile nämlich in Andorra, wo an diesem Wochenende der Weltcup wieder Fahrt aufnimmt. Das erste Abfahrtstraining am Mittwoch hat Brignone absolviert, den Probelauf am Donnerstag ließ sie aus. An ebenjenem Donnerstagnachmittag stellte sich die Doppel-Olympiasiegerin in einer Online-Fragerunde der Presse.
Die Frage nach der Zukunft
Dabei stellte Brignone klar: Sie will diese Saison zu Ende fahren, was danach kommt, steht noch in den Sternen. „Ich lebe im Hier und Jetzt“, war ein Satz, den die 35-Jährige immerzu wiederholte. Genauso wie auch diesen: „Ich habe jeden Tag Schmerzen, langsam habe ich die Schnauze voll davon.“Brignone (links) verbrachte einige Tage im JMedical. © ANSA / Tino Romano
Nach Olympia nahm Brignone in Mailand einige Sponsorentermine wahr, dann ging es für drei Tage ins JMedical, also ins Reha-Zentrum von Fußballklub Juventus. Dort wurde Brignones lädiertes Bein voll durchgecheckt. „Wir haben im Team besprochen, was ich jetzt tun will. Und mein Wille war es, hierher nach Soldeu zu fahren. Ich mag es hier, ich mag die Schneebedingungen. Allerdings hatte ich nach dem ersten Training am Mittwoch starke Schmerzen und bin den ganzen Tag gehumpelt“, so Brignone.
„Manchmal sehe ich vor Schmerz die Sterne.“ Federica Brignone
Die Aostanerin macht keinen Hehl daraus, dass sie die ständigen Schmerzen sehr belasten. „Vom Skifahren habe ich die Schnauze nicht voll, von den ständigen Schmerzen aber schon. Ich muss bei jedem Einfahren darauf achten, keine falsche Bewegung zu machen. Manchmal, wenn ich auf der Piste auftrete, sehe ich die Sterne. Das macht keinen Spaß.“
Noch einen Monat durchhalten – und dann?
Brignone wird ihre Zukunft also vor allem daran festmachen. „Ich will nicht, dass jeder Tag eine Folter ist. Wenn es nicht besser wird, ist es unwahrscheinlich, dass man mich nächstes Jahr auf der Piste sieht. Eine Entscheidung habe ich aber noch nicht getroffen. Ich bin bereit, noch einen Monat damit durchzuhalten, danach werde ich mein Bein schonen und hoffen, dass es so gut wie möglich heilt.“Brignone kürte sich zur Doppel-Olympiasiegerin. © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Gleichzeitig betont Italiens beste Skifahrerin: „Leider wird mein Bein nie mehr so sein, wie vor dem Unfall. Deshalb würde ich meine zwei Goldmedaillen auch sofort mit einem gesunden Bein eintauschen.“ Wenn man diese Worte hört, wirken Brignones olympische Erfolge noch beeindruckender.
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