L Ski Alpin

Manuel Feller feierte seinen 1. Weltcupsieg. © APA/afp / JOE KLAMAR

Feller im siebten Himmel – Vinatzer hadert mit Materialwahl

Für die Azzurri gab es am Samstag beim Weltcup-Slalom in der Flachau eine Klatsche. Jungstar Alex Vinatzer haderte anschließend mit seiner Materialwahl, während der siegreiche Manuel Feller mehr als nur erleichtert war.

3 Ausfälle hintereinander: Für Alex Vinatzer läuft es nach dem starken Saisonstart (Platz 4 in Alta Badia, Rang 3 in Madonna di Campiglio) derzeit alles andere als rund. „Ich wollte heute etwas mehr attackieren, aber ich habe sofort gemerkt, dass ich keinen Grip aufbauen kann. Ich habe heute beim Material einfach danebengegriffen. Es war ein strategischer Fehler. Das ist sicherlich auch auf meine Unerfahrenheit zurückzuführen. Heute habe ich meine Chance weggeworfen, doch am Sonntag will ich wieder neu angreifen“, wurde der 21-jährige Grödner vom italienischen Wintersportverband zitiert.


Neben Vinatzer fehlt den Azzurri derzeit ein zweiter Mann, der ganz vorne mitmischen kann. Am Samstag landete mit Stefano Gross (19.) nur ein Läufer aus Italiens Slalom-Team in den Punkterängen.

Alex Vinatzer schied zum 3. Mal in Folge im 1. Durchgang aus. © pentaphoto

Manfred Mölgg, der sich neben Gross als Einziger für den 2. Durchgang qualifiziert hatte, geriet im Finale an einer Bodenwelle aus der Balance und schied aus. „Es lief nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Ich bin ziemlich enttäuscht, weil meine Leistung nicht gut war. Zum Glück haben wir am Sonntag (10.30/13.45 Uhr; Anm. d. Red.) ein weiteres Rennen.“
Feller euphorisch
Manuel Feller war nach seinem 1. Weltcupsieg hingegen außer sich vor Freude. „Das ist ein Tag, den ich nie vergessen werde. Es ist mein größter Erfolg und ich werde Stunden brauchen, bis ich das realisiert habe“, sagte ein überglücklicher Feller im Ziel gegenüber dem ORF. „Es ist schwer auszudrücken. Ich war wegen der Vorgeschichte bei keinem Rennen so nervös wie hier heute im ersten Durchgang. Ich hab schon die Schlagzeilen gesehen, wenn ich beim zweiten Tor einfädle“, gestand der 28-Jährige.

„Es ist ein kleines Märchen“
Manuel Feller

Dann habe er im ersten Lauf aber gesehen, dass Material und Skifahren passten. „In dem Wissen bin ich dann locker drauflos gefahren und habe mich gar nicht am Limit gefühlt“, erzählte der Sieger. „Ich muss ein Lob an Flachau und an die Rutscher, die mich angefeuert haben, ausrichten. Flachauer verstehen den Spaß. Ein unglaublicher Tag, eine unglaubliche Geschichte. Es ist ein kleines Märchen.“

Dem stimmte ÖSV-Sportdirektor Toni Giger zu. „Jetzt ist er der Märchenprinz“, freute sich Giger mit Feller, der seit Jahren mit Rückenproblemen kämpft, aber die Szene auch mit seiner expliziten Meinung polarisiert und diese oft auch mittels Rap in die Öffentlichkeit kolportiert. Feller sagte anschließend: „Das mit dem Märchenprinz wird mir ewig nachhängen, haben wir gesagt. Ich habe mir das irgendwie auch selbst zuzuschreiben.“

Autor: dl

Empfehlungen

Kommentare (0)

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen..

© 2021 Sportnews - IT00853870210