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Er tritt von der großen Ski-Bühne ab: Beat Feuz. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Feuz zählt seinen Countdown bis zur Pension

Wehmut hat Beat Feuz keine verspürt, als er von seinen letzten Heimrennen in Wengen abgereist war.

„Ich war voll und ganz zufrieden, genauso habe ich es mir vorgestellt. Ich konnte alles genießen und aufsaugen. Und noch einmal richtig erleben, es war alles perfekt“, sagte der Schweizer Ski-Star, der mit den Abfahrten am Freitag und Samstag in Kitzbühel seine Karriere beenden wir. Der 35-Jährige kam mit der Hoffnung auf viel Genuss vom Lauberhorn an den Hahnenkamm.


16 Weltcupsiege hat Feuz gefeiert, drei davon in Wengen, drei in Kitzbühel. Lagen die Erfolge in der Heimat mit 2012, 2018 und 2020 breit gestreut, so musste er auf der Streif bis 2021 warten, ehe es dann gleich mit einem Doppel klappen wollte. Im Vorjahr schlug er einmal zu. „Ob ich wie vielleicht in den letzten zwei Jahren wirklich alles auf eine Karte setze, das muss sich auch ergeben. Vom Start weg muss man die ersten zwei, drei Kurven treffen, und dann sieht man, ob es nochmals klappt oder nicht. Den Siegen muss ich nicht mehr hinterherrennen“, meinte er nach dem ersten Training im Zielraum.

Ein emotionales Finale wartet

Wie emotional sein letztes Rennen werden wird, lässt sich für ihn nicht abschätzen. „Keine Ahnung, was dann da am Samstag passiert. Bis jetzt freue ich mich, sehe alles locker. Auch im Hotel unter uns Schweizern witzel ich immer, dass es noch fünf Tage dauert, bis die Pension anfängt.“
Probleme, die Spannung aufrechtzuerhalten, habe er keine, er wisse es ja schon länger, dass es am 21. Jänner das letzte Mal, das letzte Rennen sein werde. Er habe das in Lake Louise entschieden und dann mit der Familie einen Plan geschmiedet, wo es am meisten Sinn macht. „Für mich und alle drumherum war sofort klar, dass ich Wengen und Kitzbühel noch fahren möchte.“

Für Beat Feuz ist bald Schluss. © APA/afp / FABRICE COFFRINI


Dass er damit vor den Weltmeisterschaften in Frankreich aufhört, hat für ihn rein sportliche Gründe. „Da geht es um die Top drei. Man hat es gesehen, ich war in Wengen Siebenter und Fünfter, das waren sehr schöne Resultate. Jeder hat sich irgendwo mitgefreut. Ich selber habe mich gefreut.“ Anders wäre das bei einer Weltmeisterschaft. „Da ärgert es mich doch irgendwo, weil ich die Medaillen verpasst habe. Wenn ich dort bin, will ich um Medaillen kämpfen, dazu sehe ich mich derzeit nicht in der Lage.“

Körper, Kopf, Familie

Nichtsdestotrotz wolle er in Kitzbühel „Vollgas“ geben, aber danach sei es gut, wenn er das nicht mehr müsse. Die Gründe dafür sind vielfältig. „Der Körper, der Kopf, ein Spiel von allem zusammen. Man wird nicht jünger, die Wehwehchen rundherum werden nicht weniger. Ich habe zu Hause eine super Familie, habe zwei kleine Töchter, eine super Freundin. Es ist einfach Zeit“, sagte der Lebensgefährte der Tirolerin Kathrin Triendl.

Der Olympiasieger von Peking 2022, Weltmeister von St. Moritz 2017 und Gewinner von vier Kristallkugeln in der Abfahrt wünscht sich vor allem „schöne Rennen“ zum Abschluss und dass er alles „genießen“ könne, auch die Stimmung und die Fans. In Zukunft am wenigsten vermissen wird er das Kofferpacken. „Da ist es mir dann gleich, wenn ich am Sonntag von Kitzbühel heimreise, auspacke und vielleicht nächsten Herbst irgendwann wieder die Tasche packe.“

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