L Ski Alpin

Die FIS will dem Klimawandel entgegenwirken. © FIS

FIS stößt mit Zukunftsplänen auf heftige Kritik

Laut einem eigenen Statement arbeitet der internationale Skiverband (FIS) daran, der erste klimapositive Wintersportverband der Welt zu werden. Angesichts seiner Vorgehensweise sieht sich die FIS jedoch heftiger Kritik gegenüber.

„Mir war es sehr wichtig, direkt nach meiner Wahl einen bedeutenden Einfluss auf die Nachhaltigkeit unseres Sportes zu haben“, erklärte FIS-Präsident Johan Eliasch vor Kurzem in einem öffentlichen Statement. Der Weltverband bemühe sich darum, möglichst schnell den Status eines klimapositiven Verbands zu erreichen.


Im Laufe der vergangenen Saison hatte die FIS zusammen mit der Organisation Planet Mark den ökologischen Fußabdruck aller Wettbewerbe berechnet und ist mit den daraus resultierten Zahlen auch an die Öffentlichkeit gegangen. Nun möchte man diesen Abdruck in der Umwelt mit Hilfe einer Regenwaldinitiative namens Cool Earth verringern. Die Art und Weise, mit der der Verband ans Werk geht, stößt aber längst nicht bei allen Seiten auf Zustimmung.

Schönrechnen und keine Entwicklung
Jörg Sommer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Umweltstiftung, kritisierte die FIS für ihr Vorgehen. Gegenüber der Sportschau äußerte er seine Bedenken zur Glaubwürdigkeit des Projekts. Zwar sei der Ansatz respektabel, bis 2022 klimapositiv zu werden, die Umsetzung hätte aber keinerlei Auswirkung auf die Umwelt. Da die FIS mittels der Organisation Cool Earth nur daran interessiert sei, größere Flächen des Regenwaldes aufzukaufen, gelte das Engagement eher als Schönrechnen als ein Beitrag zum Umweltschutz.

Wird in der Strategie der FIS mehr gerechnet als gehandelt? © ANSA / PHILIPP GUELLAND / STF

Laut Sommer sei dies aber eine gängige Praxis heutzutage. Immer wieder würden große Unternehmen dieses Klima-Schlupfloch nutzen, um sich nach Außen positiv darstellen zu können. Doch das sei alles andere als eine positive Entwicklung. „Jetzt kommen wir her mit unserem Geld, kaufen den Nationen Regenwald weg. Damit wir weiter unseren Skizirkus veranstalten und den weiter verursachten CO2-Ausstoß schönrechnen können“, prangert er das Verhalten der FIS an.

Am Ende würde nämlich der hohe CO2-Ausstoß der einzelnen Wettbewerbe beibehalten werden. „Sie gleichen ja nichts aus, Sie rechnen es sich schön. Sie verursachen den CO2-Ausstoß mit ihrem Flug ganz genauso, ob sie da jetzt noch ein paar Euro draufpacken oder nicht. Das ändert aber nichts daran, dass durch den Flug CO2 ausgestoßen wird – und das ist klimarelevant“, bringt Sommer an. Daher müsste auch spezifisch an einzelnen Veranstaltungsorten gehandelt werden.
Die Doppelrolles des Johan Eliasch
Die Rolle des neu gewählten Präsidenten Johan Eliasch sieht der Experte ebenfalls kritisch: „Hier ist es allerdings spannend zu wissen, dass der Gründer von Cool Earth Johan Eliasch ist, also der Präsident der FIS. Von daher ist es eine familieninterne Veranstaltung, um das salopp zu formulieren.“

Demnach sei vielmehr die Frage zu stellen, wer von der Zusammenarbeit letztlich am meisten verdient. Angesichts der Tatsache, dass die FIS nicht mehr unternimmt als Teile des Regenwaldes aufzukaufen, um den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern, ist der effektive Wert des angestrebten Klimaziels infrage zu stellen.

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.
Aktivierungslink erneut senden
Vervollständigen Sie Ihre Daten: Die Eingabe von Adresse, Ort, PLZ & Telefon ist verpflichtend, um einen Kommentar absenden zu können.
Profil bearbeiten

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2022 First Avenue GmbH