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Erlebte ein persönliches Drama: Tanguy Nef. © AFP / JOE KLAMAR

Garmisch-Slalom: Dem Sensationsmann versagen die Nerven

Der Slalom am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen wurde zur Nervenschlacht. Während Henrik Kristoffersen seine Klasse ausspielte und triumphierte, gab es um den Überraschungsmann des ersten Laufs ein Drama. Alex Vinatzer zeigte unterdessen eine tolle Reaktion.

Manch ein Ski-Fan dürfte sich nach dem ersten Durchgang verdutzt die Augen gerieben haben. An der Spitze stand nämlich keiner der Top-Favoriten, keiner der Läufer mit Mini-Chancen, sondern ein krasser Außenseiter: Der Schweizer Tanguy Nef legte mit der hohen Startnummer 25 eine Zauberfahrt hin und ließ alle hinter sich – unter anderem auch Henrik Kristoffersen, der sich eigentlich schon über die Halbzeitführung gefreut hatte, nun aber mit dem zweiten Zwischenplatz Vorlieb nehmen musste.


In der Entscheidung machte dann aber die Erfahrung den Unterschied: Kristoffersen spielte all seine Routine aus, fuhr aggressiv, gleichzeitig aber auch sauber und setzte sich so an die Spitze. Nef stand also als einziger noch oben und machte seine Sache zunächst auch gut, hielt problemlos mit, verlor kaum Zeit – doch dann fädelte er im Mittelteil ein. Der Traum vom ersten Podestplatz, vom ersten Sieg, war geplatzt.

Holte den Sieg: Henrik Kristoffersen. © APA/afp / CHRISTOF STACHE

7 Rennen, 7 verschiedene Sieger
Somit konnte Henrik Kristoffersen seinen ersten Saisontriumph im Slalom feiern. Kurios: In insgesamt sieben Slalom-Rennen in diesem Winter gab es zum siebten Mal einen anderen Sieger. Auf Platz zwei landete der Schweizer Loic Meillard, während sich Manuel Feller nach seiner Olympia-Enttäuschung mit Rang 3 trösten konnte. In der Disziplinen-Wertung liegt Kristoffersen nun nur mehr einen Punkt hinter dem Führenden Lucas Braathen, der am Samstag ausgeschieden ist.

Alex Vinatzer zeigte im zweiten Lauf stark auf. © APA/afp / CHRISTOF STACHE


Neben den drei Top-Leuten sorgten zwei weitere Athleten in der Entscheidung für Aufsehen. Einerseits der Spanier Joaquim Salarich, der sich mit Startnummer 50 für den zweiten Lauf qualifizieren konnte und das Rennen auf dem sensationellen 8. Platz abschloss – das beste Weltcupergebnis in der Karriere des Ski-Exoten.
Tolle Vinatzer-Reaktion
Auf der anderen Seite zeigte Alex Vinatzer eine starke Reaktion. Im ersten Lauf wurde er nach zahlreichen Fehlern auf Rang 23 zurückgereicht, in der Entscheidung zündete der Grödner jedoch den Turbo und machte ganze 16 Plätze gut. Am Ende steht ihm dank der zweitbesten Laufzeit des zweiten Durchgangs Position 7 zu Buche.

Für die weiteren Südtiroler gab es dagegen nichts zu holen. Simon Maurberger (Ahrntal) schied im ersten Lauf aus, Tobias Kastlunger (St. Vigil in Enneberg) kam mit mehr als vier Sekunden Rückstand ins Ziel und verpasste die Quali für die Entscheidung. Manfred Mölgg (St. Vigil in Enneberg) konnte wegen einer Corona-Infektion nicht antreten.

Am Sonntag steht ein weiterer Slalom in Garmisch auf dem Programm. Der erste Lauf beginnt um 9.10 Uhr, die Entscheidung geht ab 12.30 Uhr über die Bühne.
Slalom in Garmisch, Endstand
Pos.NameLandZeit
1.Henrik KristoffersenNOR1.46,14 min
2.Loic MeillardSUI+0,14 sec
3.Manuel FellerAUT+0,51
4.Johannes StrolzAUT+0,76
5.Daniel YuleSUI+0,92
6.Linus StrasserGER+1,01
7.Alex VinatzerITA/Wolkenstein+1,04
8.Joaquim SalarichESP+1,11
9.Michael MattAUT+1,12
10.Atle Lie McGrathNOR+1,14
11.Stefano GrossITA+1,29
14.Tommaso SalaITA+1,56
21.Giuliano RazzoliITA+2,14
DNQTobias KastlungerITA/St. Vigil in Enneberg
OUTSimon MaurbergerITA/St. Peter im Ahrntal

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