L Ski Alpin

Eine bemerkenswerte Ski-Karriere geht zu Ende. © NTB Scanpix / JON OLAV NESVOLD

„Gleich schön wie grausam“: Ein wehmütiger Ski-Rücktritt

Kurz vor Saisonstart ist eine besondere Ski-Karriere überraschend zu Ende gegangen. Die Abschiedsworte sind emotional.

Valentin Giraud Moine hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich. Der Speed-Spezialist war eines der französischen Top-Talente, das auch zwei Mal den Sprung aufs Weltcuppodest schaffte. Doch ein schwerer Sturz in Garmisch-Partenkirchen veränderte alles. Nun hat der 29-Jährige schweren Herzens seine Laufbahn beendet. „Es ist Zeit für mich“, schrieb der Franzose auf Social Media, „das Ende meiner Skirennkarriere zu verkünden. Dass ich es so spät mitteile, liegt daran, dass die Entscheidung sehr kompliziert war. Tief drinnen wäre ich natürlich am liebsten weiterhin die schönsten Abfahrtspisten der Welt runtergejagt. Aber es bringt nichts, dieser Sport ist gleich schön wie grausam.“


Damit spielt Giraud Moine auf seine vielen Verletzungen an, die er im Laufe der Jahre erlitten hat. Die brutalste war ohne Zweifel jene in Garmisch-Partenkirchen 2017, wo er sich nach einem schweren Sturz Luxationen beider Kniegelenke sowie Bänderverletzungen zugezogen hat. Trotzdem kam er zurück und gewann im Europacup 2019/20 die Abfahrtswertung. Nun ist aber Schluss.

Er verhinderte ein Südtiroler Sensations-Podest
Einen speziellen „Bezug“ hat Giraud Moine auch zu Südtirol. In Kitzbühel heimste er 2017 (und tragischerweise nur ein Rennen vor dem schweren Sturz in Bayern) in der Abfahrt sensationell den zweiten Platz ein – und das, obwohl er mit der hohen Startnummer 24 ins Rennen gegangen war. Dadurch verhinderte Giraud Moine ein historisches Südtiroler Ergebnis beim legendärsten Ski-Ritt der Welt: Den Sieg holte sich damals nämlich Dominik Paris und auf Platz 3 lag – bis zur Sensationsfahrt des Franzosen – Peter Fill, der dann jedoch vom Podest gestoßen wurde.

Giraud Moine (links) bejubelt mit Dominik Paris (Mitte) und Johan Clarey (rechts) das Kitzbühel-Ergebnis. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Es war dies der Höhepunkt der Karriere des französischen Speed-Spezialisten, der nach dem Garmisch-Sturz nie wieder ganz der Alte geworden ist. Das war nun auch der Grund, warum er aufhört. „In den letzten Saisonen konnte ich trotz all meiner Geduld und Bemühungen nie meine körperlichen und geistigen Fähigkeiten zurückgewinnen, die es mir ermöglichen, eine Hauptrolle zu spielen. Der ambitionierte Sportler, zu dem ich geworden bin, ist natürlich verbittert über das ihm zuteil gewordene Schicksal und wird sich immer fragen, wie es ohne Garmisch hätte sein können. Aber das ist meine Geschichte. Ich bin sehr stolz darauf, dass ich die Rückkehr auf Skiern geschafft habe, den Europacup gewinnen und wieder eine Top-15-Platzierung im Weltcup erreichen konnte. Vor allem aber bin ich froh, wieder Spaß gehabt zu haben.“

Empfehlungen

Kommentare (0)

Bestätigen Sie den Aktivierungslink in unserer E-Mail, um Ihr Konto zu verifizieren und Kommentare zu schreiben.

Sie müssen sich anmelden, um die Kommentarfunktion zu nutzen.

© 2021 Sportnews - IT00853870210
//add embeds for inline videos