
Dominik Paris jubelt über Olympia-Bronze. © APA/afp / JEFF PACHOUD
„Habe jetzt mehr erreicht, als ich zu träumen gewagt habe“
„Endlich habe ich die Olympia-Medaille!“ Dominik Paris strahlte wie ein kleiner Bub, war überwältigt. Bei seinen fünften Spielen hat es geklappt. „Ein Traum geht in Erfüllung“, sagte der 36-jährige Ultner nach Bronze in der Olympia-Abfahrt von Bormio.
07. Februar 2026
Von: ar
Von Alex Raffeiner, aus Bormio
Domme, Domme“-Rufe hallten durch den Zielraum der Stelvio, als Paris von Fürst Albert von Monaco die Bronzemedaille umgehängt bekam. Das Ultner Kraftpaket war sichtlich berührt. „Viele Leute haben zu mir gesagt, dass ich eine Olympia-Medaille verdiene. Aber ich war mir da nicht so sicher“, sagte er später. „Ich hatte es ja immer wieder versucht bei Olympia. Und früher war ich jünger, kräftiger“, meinte der Ultner.
Paris war immer schon ein Liebling der Fans, aller Ski-Fans. Das hat man in Bormio wieder gesehen. Das ganze Publikum freute sich mit dem Südtiroler Ski-Star. „Ich habe jetzt mehr erreicht, als ich als Kind zu träumen gewagt habe“, sagte er bewegt mit der Bronzemedaille um den Hals, die er voller Stolz präsentierte.
Ein Kreis schließt sich
„Dass ich diese Medaille in Bormio geholt habe, macht das Ganze noch spezieller. Es schließt sich ein Kreis“, betonte der erfolgreichste Speed-Fahrer der „Azzurri“ aller Zeiten, der sich nun auch Olympia-Medaillengewinner nennen darf. Auf der Stelvio in Bormio hatte Paris am 29. Dezember 2012 – zeitgleich mit Hannes Reichelt – den ersten seiner insgesamt 24 Weltcup-Siege gefeiert. Er war Super-G-Weltmeister 2019 in Are, gewann im selben Jahr die kleine Kristallkugel im Super-G.So strahlen Medaillengewinner: Paris (rechts) mit Franzoni (links) und von Allmen (hinten). © APA/afp / FABRICE COFFRINI
„Es fehlte nur die Olympia-Medaille. Jetzt habe ich sie“, frohlockte der Ultner Superstar. „Das bedeutet mir so viel.“ Dass Paris ausgerechnet in Bormio zu Olympia-Bronze fuhr, hat was Schicksalhaftes. „Es ist eine Strecke, die alles vereint. Es braucht Mut und Entschlossenheit, aber auch Technik und Stärke im Gleiten. Mann muss die Ski laufen lassen. Es ist die Gesamtheit, die die Stelvio so besonders macht.“
Letzte Chance genutzt
Sieben Mal konnte Paris in Bormio im Weltcup gewinnen. Diesmal waren nur der Schweizer Franjo von Allmen und Giovanni Franzoni schneller. Beide sind 24 Jahre alt, also zwölf Jahre jünger als Paris. „Die Jungen sind stark, aber der alte Paris kann noch einigermaßen mithalten“, schmunzelte er bei der Pressekonferenz und sorgte für viele Lacher im Medienzelt. „Vor vier Jahren hätte ich wirklich nicht geglaubt, heute hier dabei zu sein“, verriet Paris. „In den letzten zwei Jahren habe ich wieder Fuß gefasst. Ich wusste, dass ich schnell sein kann. Ich wusste aber auch, dass es meine letzte Chance ist. Auch wenn ich in Bormio viel gewonnen habe – es ist nie selbstverständlich, erfolgreich zu sein.„Die Jungen sind stark, aber der alte Paris kann noch einigermaßen mithalten.“ Dominik Paris
Im Weltcup ist es anders. Olympia ist speziell, viel unberechenbarer.“ Paris musste fünf Winterspiele bestreiten, um seine erste Medaille zu gewinnen. Franzoni schaffte es im ersten Anlauf. „Er macht eine starke Saison“, sagte Paris über seinen Teamkollegen, der dem großen Erfolgsdruck eindrucksvoll stand hielt. „Ich habe ihm schon versucht auch zu helfen mit meiner Erfahrung“, erklärte der Ultner. „Ich bin stolz auf ihn. Es ist cool, dass unser Team eine tolle Zukunft hat.“
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