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Die Kitz-Woche zieht seit jeher die Massen in ihren Bann. © APA / HELMUT FOHRINGER

Hahnenkamm: Ein Mythos und seine Geschichte

Es ist wie jedes Jahr ein Spektakel der besonderen Art: Am Wochenende gehen die Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel mit zwei Abfahrten auf der Streif und einem Slalom auf dem Ganslernhang über die Bühne. Dabei handelt es sich gleichzeitig um Bewerbe, die zu den traditionsreichsten Skirennen der Welt gehören.

Die Geschichte der Hahnenkamm-Rennen beginnt 1931, ihre Ursprünge reichen aber noch bedeutend weiter zurück. Schon in den 1890-er Jahren wurden in Kitzbühel Skirennen veranstaltet. Der maßgebliche Pionier der damals neu aufkommenden Sportart in der Gamsstadt war Franz Reisch (1863-1920). 1902 erfolgte die Gründung einer Wintersportvereinigung, die 1905 in Wintersportverein umbenannt wurde. Im darauffolgenden Jahr fand in Kitzbühel ein Skirennen statt, das – im Gegensatz zu den anderen Bewerben jener Zeit, die als Fernläufe ausgetragen wurden – als reiner Abfahrtslauf ausgeschrieben wurde. Sieger war der bekannte Skilehrer Sebastian Monitzer.


Bei der Jahreshauptversammlung des Wintersportvereins im Sommer 1931 wurde der Zusammenschluss mit dem Kitzbüheler Sport Club und dessen Skiriege beschlossen. Das Clubabzeichen schuf der überregional bekannte Maler Alfons Walde (1891-1958). Wenige Monate zuvor hatten Ende März die ersten Hahnenkamm-Rennen stattgefunden. Seit diesem Jahr ist der Kitzbüheler Skiclub ununterbrochen deren Veranstalter. Die Rennen wurden als Kombination aus Abfahrt und Slalom ausgeschrieben, die damals noch in ihren Anfängen steckte. Mitglieder des Kandahar-Skiclubs aus Mürren, vom Arlberg, aus Innsbruck und aus Kitzbühel nahmen an den Bewerben teil. Sie begründeten damit eine bis heute anhaltende Tradition. Die ersten Damenrennen fanden 1932 statt. Aufgrund der politischen angespannten Situation während des Austrofaschismus mussten in den folgenden beiden Jahren die Rennen abgesagt werden.

Karl Koller in seiner Zeit als aktiver Skirennläufer. © SN/privat


Nach einer kriegsbedingten Pause fanden 1946 wieder Hahnenkamm-Rennen statt. Als Sieger bei den Herren ging die Kitzbüheler Skilegende Karl Koller (1919-2019) hervor. Der langjährige Leiter der Skischule „Rote Teufel“ erzählte 2016 in einem Interview von seinen Erinnerungen an die damaligen Rennen. Abfahrt und Slalom bestritt er auf demselben Ski, den er in seinem Privatmuseum im Garten seines Hauses mit Stolz präsentierte. „Es gab noch keine ausgesteckte Piste und keine Absperrungen. Jeder musste schauen, wie er den schnellsten Weg ins Tal finden konnte“, so Koller.

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Bei den Damen siegte Anneliese Schuh-Proxauf (1922-2020), die wie Koller bis ins hohe Alter sportlich tätig war.

Die letzten Damenrennen auf der Streif fanden 1961 statt. Siegerin war die erst vor kurzen verstorbene Traudl Hecher, die im Jahr zuvor in Squaw Valley als bis dahin jüngste Sportlerin eine olympische Medaille gewonnen hatte. Diese und vielen andere Geschichte aus mehr als 90 Jahren Geschichte der Hahnenkamm-Rennen werden am kommenden Wochenende erzählt werden. Viele Sieger vergangenen Jahre geben sich zu diesem Anlass in Kitzbühel ein Stelldichein.

Das heutige Profil der Hahnenkamm-Abfahrt:

apa © APA

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