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Gaben sich 2016 in Meran das Ja-Wort: Larissa Hofer und Hannes Reichelt. Künftig hat das Ehepaar mehr Zeit füreinander. © DLife

Hannes Reichelt hört auf: „Freue mich auf meine Familie“

Ex-Super-G-Weltmeister Hannes Reichelt hat am Mittwoch seinen Rücktritt vom alpinen Skisport erklärt. Er will künftig mehr Zeit mit seinen Liebsten verbringen – auch in Südtirol.

Der 40-jährige Salzburger gewann in seiner Karriere 13 Weltcup-Rennen und holte in der Saison 2007/08 den Super-G-Wertungssieg. Dem Ehemann der ehemaligen Südtiroler Skirennläuferin Larissa Hofer gelang es nach seinem in der Bormio-Abfahrt im Dezember 2019 erlittenen Kreuzbandriss im rechten Knie nicht mehr, an die Weltspitze anzuschließen. Eine Knieblessur verhinderte zuletzt ein Antreten in Saalbach-Hinterglemm.


„Ich habe das Gefühl gehabt, dass nach 20 Jahren im Ski-Weltcup der Zeitpunkt gekommen ist, mich zu verabschieden. Bei den Rennen habe ich mir zunehmend schwergetan, mich zu überwinden und an das Limit zu gehen. Für mich war klar, entweder fahr ich voll oder gar nicht, ich wollte es in dieser Saison unbedingt noch einmal versuchen. Ich denke, ich habe nach dem Kreuzbandriss alles probiert und kann mir nichts vorwerfen“, sagte Reichelt, der sich am Donnerstag beim alpinen Saisonfinale in Lenzerheide als „Vorläufer“ verabschieden wird.

„Zum Glück hatte ich sehr viele und auch sehr schöne Erfolge“
Hannes Reichelt
Reichelt bestritt sein erstes Weltcuprennen am 7. Dezember 2001, laut FIS-Datenbank brachte er es auf 305 Weltcupeinsätze, 44 Mal stand er auf dem Podest. Neben dem WM-Titel 2015 in Beaver Creek stach auch der Kitzbühel-Abfahrtssieg Ende Jänner 2014 hervor. Herausgefahren unter enormen Rückenschmerzen, die nur zwei Tage später als schwerer Bandscheibenvorfall diagnostiziert wurden. Statt an den Olympischen Spielen in Sotschi teilzunehmen, musste er sich sofort einer Operation unterziehen. Schon Anfang Dezember meldete sich Reichelt mit dem Sieg im Weltcup-Super-G von Beaver Creek an der Spitze zurück. Der letzte Weltcupsieg gelang dem stets besonnen auftretenden Ruhepol im ÖSV-Herren-Speedteam am 16. März 2017 beim Weltcupfinale in Aspen im Super-G, der letzte Stockerlplatz im Jänner 2018 als Dritter in der Hahnenkamm-Abfahrt.

Hannes Reichelts größter Erfolg: 2015 kürte er sich in Beaver Creek zum Super-G-Weltmeister. © APA/epa / HANS KLAUS TECHT


„Zum Glück hatte ich sehr viele und auch sehr schöne Erfolge. Es gibt ein paar Situationen, die immer wieder durch meine Gedanken schwirren und einfach der Wahnsinn waren. Zum Beispiel, dass ich bei meinem zweiten Weltcuprennen in Gröden gleich am Stockerl gestanden bin“, erinnerte sich Reichelt.

Zu seinen Plänen nach der Karriere sagt er: „Ich habe mir immer vorgenommen, nach meiner Karriere studieren zu gehen, das spielt immer noch eine Rolle in meinen Überlegungen. Natürlich möchte ich auch dem Skisport in irgendeiner Form erhalten bleiben, wie genau weiß ich jedoch noch nicht. Außerdem freue ich mich schon sehr auf die Zeit mit meiner Familie.“

Autor: apa/fop

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