L Ski Alpin

Ski- und Snowboardqueen Ester Ledecká. © AFP / FABRICE COFFRINI

Heikler Streit: Ärger um Ski-Superstar Ester Ledecká

Ester Ledecká zählt zu den schillerndsten Figuren im Ski-Weltcup. Nun sorgt die Tschechin jedoch für Aufsehen.

Olympische Spiele eigenen sich ideal dazu, sich in der Sportgeschichte zu verewigen. Im Februar 2018 ist Ester Ledecká genau das gelungen. Sie hat sich binnen weniger Tage in zwei verschiedenen Sportarten zur Olympiasiegerin gekürt: Ein Mal im Ski Alpin (Super-G), ein Mal im Parallel-Snowboard. Seitdem ist die Tschechin eine der gefragtesten Gesichter der Wintersportszene und auch für Sponsoren extrem interessant. Doch genau da liegt der Haken.


Vor kurzem hat Ledecká auf den sozialen Netzwerken mit einem Posting für Aufsehen gesorgt. „Die Ski- und Snowboardsaison steht vor der Tür und ich habe noch keinen Vertrag mit dem Verband abgeschlossen. Ich bin bereit, mir die kommende Saison selbst zu finanzieren“, schrieb die 27-Jährige. Das klingt nach einer äußerst kuriosen, ja fast schon absurden Situation: Tschechiens wohl bekannteste Wintersportlerin muss sich ihre Saison selbst finanzieren?

Es geht ums Geld

Natürlich steckt hier mehr dahinter. Und es geht wie immer ums liebe Geld. Den Stein ins Rollen gebracht hat der tschechische Verband, der sich vor kurzem an die Öffentlichkeit gewandt hat. Es geht nämlich um einen vierjährigen Repräsentantenvertrag, also um die Vermarktungsrechte der Ski- und Snowboarderin. In anderen Worten: Ledecká müsste bis zu den Olympischen Spielen 2026 auch mit den Werbepartnern des Verbandes zusammenarbeiten. Dafür bot ihr die Föderation Gegenleistungen im Wert von zirka 20 Millionen tschechischen Kronen, was umgerechnet 815.000 Euro entspricht. „Ihre finanziellen Konditionen wurden dadurch im Vergleich zur Vergangenheit sogar verbessert, und das, obwohl unser Budget um 10 Prozent gekürzt wurde“, beteuert der Verband.

Sowohl auf Skiern als auch auf dem Snowboard eine Klasse für sich: Ester Ledecká. © AFP / FABRICE COFFRINI


Nur: Ledecká will diesen Vertrag – zumindest bis jetzt – nicht unterschreiben. Die Gründe liegen auf der Hand: Würde die Tschechin mit dem Verband zusammenarbeiten, dürfte sie für bestimmte Marken – die eine Konkurrenz zu den Verbandsponsoren darstellen – keine Werbung machen. Ein Beispiel: Die tschechische Föderation hat mit dem Autohersteller Audi einen Vertrag abgeschlossen, Ledecká gab ihrerseits vor kurzem die Kooperation mit BMW bekannt. Individuelle Abkommen sind für Sportlerinnen ihres Formats für gewöhnlich immer um einiges lukrativer.
„Ich habe dem Verband angeboten, dass er das Geld der Jugend zukommen lässt.“ Ester Ledecká

Auch deshalb erklärte die Tschechin, dass sie in dieser Saison vom Verband nur bürokratische Hilfe möchte, etwa was die Anmeldungen zu Rennen betrifft. Ansonsten wolle sie sich ihre Saison selbst finanzieren, aber selbstverständlich in den tschechischen Farben fahren. „Ich habe dem Ski- und Snowboardverband vorgeschlagen, dass er die finanziellen Mittel, die er mir angeboten hat, der Jugend zukommen lässt“, schreibt die mehrfache Olympiasiegerin auf Social Media.

Es bleibt also spannend. Wann Ledecká ihr erstes Weltcuprennen in dieser Saison bestreiten wird, ist übrigens noch ungewiss. Sie zog sich einen Schlüsselbeinbruch zu und musste operiert werden.

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Kommentare (1)

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Hermann Zanier [melden]

Anständige Sportlerin! Bravo!

27.10.2022 17:56

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