
Fast hätte man ihn in Zukunft im österreichischen Dress gesehen: Henrik Kristoffersen © APA / ERWIN SCHERIAU
Henrik Kristoffersen, der Beinahe-Österreicher
Das norwegische Ski-Ass Henrik Kristoffersen hat sich im vergangenen Sommer intensiv mit einem Nationenwechsel beschäftigt. Doch kurz vor dem Wechsel machte ihm eine entscheidende Regel einen Strich durch die Rechnung.
06. November 2026
Von: simon pfeifhofer
Nationenwechsel gab es im alpinen Skisport schon einige. In den vergangenen Jahren sorgten dabei vor allem zwei Athleten für Aufsehen: Marcel Hirscher entschied sich nach seiner erfolgreichen Karriere als Österreicher für ein Comeback unter holländischer Flagge, während Lucas Braathen nach dem Zerwürfnis mit dem norwegischen Verband mittlerweile für das brasilianische Ski-Team fährt.
Seit rund zehn Jahren lebt Henrik Kristoffersen in der österreichischen Stadt Salzburg. Deshalb dachte der 32-Jährige ernsthaft darüber nach, künftig für Österreich auf Sieg-Jagd zu gehen. Mithilfe von Anwälten ließ er prüfen, welche rechtlichen Voraussetzungen er dafür benötige.
Gemeinsam mit seiner Frau Tonje lebt Henrik Kristoffersen bereits seit Jahren in Salzburg.
Doch dann wurde ein entscheidendes Hindernis zum Problem. Während in Norwegen Doppelbürgerschaften erlaubt sind, gilt dies in Österreich nicht. Für einen Wechsel ins österreichische Ski-Team hätte er seinen norwegischen Pass abgeben müssen. Zu diesem Schritt war der Technikspezialist letztlich nicht bereit.
Hinter den Überlegungen steckt allerdings nicht nur seine Verbundenheit zu Österreich. Auch das angespannte Verhältnis zum norwegischen Skiverband spielte eine Rolle. Damit ist vor allem der jahrelange Streit um persönliche Sponsoren gemeint. Nämlich verbot der norwegische Verband seinen Athleten, mit individuellen Helmsponsoren zu fahren. Dass Kristoffersen inzwischen mit einem Red-Bull-Helm fahren darf, musste er sich vor Gericht erstreiten.
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