
Die Heim-WM von Marco Odermatt sorgt schon vor Saisonstart für Diskussionen. © APA / EXPA/ JOHANN GRODER
Hohe Ticketpreise, viel Kritik: Die Ski-WM ist jetzt schon im Fokus
Bis zur Ski-WM 2027 in Crans-Montana sind es zwar noch einige Monate hin, doch das Großereignis lässt bereits vor dem Saisonauftakt von sich reden. Der Grund: die hohen Ticketpreise.
29. September 2026
Von: nie
Egal ob für Trikots, Accessoires oder Tickets – die Frage nach dem gerechten Preis hält nur allzu viele Sportarten auf Trab. Die jüngste Debatte stieß nun die Ski-WM 2027 in Crans-Montana an. Das Großereignis soll zwischen 1. und 14. Februar tausende Fans in das Wallis locken und weit über die Schweiz hinaus für spektakuläre Bilder sorgen. Doch ebenjenes Abenteuer könnte für viele Fans zu einem teuren Zeitvertreib werden.
Ein Tribünenplatz im Zielraum kostet bei der Abfahrt der Herren und Damen im Schnitt 170 Schweizer Franken ( ca. 180 Euro), je nach Sektion müssen für ein Ticket – wie auch im Slalom – bis zu 195 Schweizer Franken (ca. 206 Euro) lockergemacht werden. Stattliche Preise, für die sich mit Marco Odermatt aber bereits vor geraumer Zeit ein großer Name stark gemacht hatte. „Wenn man in der obersten Wintersport-Liga sein will, sich mit Formel 1, MotoGP oder Tennis vergleichen will, dann kann man nicht das wichtigste Rennen in den nächsten zwei Jahren für 50 Franken anbieten“, meinte der Ski-Superstar im vergangenen Mai gegenüber Blick.
Ski-WM: Es gibt auch billige Alternativen
Unter großen Teilen der Fans ist die Preispolitik der Veranstalter alles andere als beliebt. Trotzdem: Im Sommervorverkauf waren die Tickets für die Abfahrt der Herren vergriffen, ab 1. Oktober gibt es ein neues und letztes Kontingent für Eintrittskarten in Crans-Montana. Darüber hinaus gibt es auch eine Alternative für Sparfüchse, die jedoch eine gewisse Ausrüstung und Ausdauer benötigt. So werden bei bestimmten Rennen – wie etwa im Super-G und in der Abfahrt – Plätze entlang der Piste angeboten, die jedoch nur auf Skiern erreichbar sind. Kostenpunkt: 20 Franken (ca. 21 Euro).Die Fans müssen bei der Ski-WM hier und da tief in die Tasche greifen. © ANSA / ALESSANDRO DELLA VALLE
Zur Wahrheit zählt aber auch, dass Kritik immer leichtfällt. In der Realität muss sich das Event nämlich auch finanzieren, der Sport soll auch wachsen dürfen. Zudem entstehen die Bilder aus dem TV und das Erlebnis vor Ort nicht aus kostenfreien Gütern. „Um den Preis eines Tickets zu erklären, muss man alle Leistungen rund um das Fanerlebnis zusammenzählen“, meinte Sophie Clivaz, Head of Marketing & Communication der Ski-WM Crans-Montana, in einem Interview mit Blick.
Ski-WM soll knapp 80 Millionen Euro kosten
Wer schon einmal bei einem Ski-Weltcup dabei war, weiß also, worauf Clivaz verweist. Neben der Infrastruktur kosten auch Unterhaltung, Sicherheit, Technik und viele weitere Aspekte, die man auf dem ersten Blick nicht auf dem Schirm hat, ordentlich Geld. Insgesamt sollen sich die Kosten der Weltmeisterschaft in Crans-Montana laut Blick auf knapp 80 Millionen Euro belaufen.Die Einnahmen durch den Ticketverkauf decken davon nur etwa zehn Prozent ab, der Rest wird beispielsweise durch TV-Gelder oder öffentliche Beiträge abgesichert. „Wenn man alle Kosten decken wollte, die direkt mit dem Fanerlebnis zusammenhängen, müssten die Tickets eigentlich noch teurer sein“, merkte Clivaz an.
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