L Ski Alpin

Verzweifelt: Mikaela Shiffrin. © APA / BARBARA GINDL

In Flachau kämpft Shiffrin mit den Tränen

Das beginnende Ende einer Ära? Nicht die zweite Slalom-Niederlage von Mikaela Shiffrin in Folge ließen beim Nachtslalom in Flachau diese Frage aufkommen, sondern die Selbstzweifel der US-Seriensiegerin nach Platz drei hinter Petra Vlhova und der Schwedin Anna Swenn Larsson.

„Wir sind in der Realität angekommen“, erklärte die Rekord-Gewinnerin von 43 Weltcupslaloms zwei Stunden vor Mitternacht. Shiffrin meinte damit, dass sie derzeit nicht so Ski fahre wie gewünscht. Und dass ihr über viele Siege aufgebautes Selbstvertrauen momentan offenbar unauffindbar ist. „Der Eindruck täuscht nicht“, vermittelte Shiffrin noch im Zielraum den Eindruck froh zu sein, sich endlich etwas von der Seele reden zu können.

Petra Vlhova auf dem höchsten Treppchen, Shiffrin darunter: Ein Bild, das keinen Seltenheitswert mehr hat. © APA / BARBARA GINDL


„Ich bin jemand, der nicht immer so fest an sich selbst glaubt. Nur selten war ich so selbstbewusst, dass ich sicher war, alle zu schlagen“, erklärte sie. „Ich war vor allem deshalb so lange oben, weil ich härter gearbeitet habe, als die anderen. Aber Siege können schnell vorbei sein. Auch ich muss ständig Schritte nach vorne machen.“
Emotionale Pressekonferenz
Die 24-jährige Shiffrin dominiert den Damen-Skiweltcup der Damen trotz einiger Wackler seit Jahren vor allem über den Slalom, wo sie lange Zeit unschlagbar zu sein schien. Doch das Momentum liegt seit kurzem eher bei Vlhova. Der einzigen Läuferin, die Shiffrin – selten aber doch – in den vergangen drei Jahren bezwungen hat.
„Solche Spiele spielen wir nicht.“
Mikaela Shiffrin
In Flachau steckte Shiffrins Coach Mike Day den Kurs für den zweiten Durchgang, was mancherorts böse Stimmen aufkommen ließ. Dass man den Kurs „gegen“ Vlhova gesetzt habe, bestritt Shiffrin aber bei einer emotionalen Pressekonferenz vehement, kämpfte dabei mit Tränen. „Solche Spiele spielen wir nicht. Zweitens kannst du gegen sie ohnehin nichts setzen, so wie sie derzeit Ski fährt. Petra macht derzeit alles besser als ich, ihre Technik ist perfekt. Deshalb ist sie derzeit die Beste und kann jeden Kurs gut fahren. Das wollte ich nur klarstellen.“
Vlhova würde gerne mit Shiffrin befreundet sein
„Gut, das von ihr zu hören“, nahm Vlhova das kurz darauf erfreut zur Kenntnis. Noch im Zielraum hatte es eine Umarmung zwischen den beiden Kontrahentinnen gegeben. „Der Kampf zwischen uns ist gut und ich verstehe, wenn Mika sauer ist. Auch sie will immer gewinnen“, meinte die gleichaltrige Slowakin. „Ich habe Riesenrespekt, sie ist ein Champion.“ Gerne würde sie mit ihrer Rivalin auch befreundet sein. „Aber wir sind beide gerade ganz oben und Jede will gewinnen. Vielleicht können wir ja später Freunde werden.“

Autor: apa/det

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