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Ein Ski-Rücktritt sorgt für Aufsehen. © Social Media

In Österreichs Ski-Szene: Dieser Rücktritt erhitzt die Gemüter

Bei den aktuellen Temperaturen scheint der Winter ganz, ganz, ganz weit weg zu sein. Und doch ist der Ski-Sport auch im Hochsommer omnipräsent. Dieses Mal wegen eines Rücktritts, der die Gemüter erregt.

Besser hätte es für Mathias Graf eigentlich nicht laufen können. Vor einem Jahr hatte sich der Vorarlberger entschieden, vom Alpinen Skisport (wo er 12 Weltcuprennen absolvierte) zu den Skicrossern zu wechseln. Dort gelang dem 26-Jährigen auf Anhieb eine bärenstarke Saison: Im Europacup, der zweitwichtigsten Rennserie, dominierte Graf nach Belieben, fuhr in neun Rennen aufs Podest, acht Mal davon ganz nach oben. Dadurch sicherte er sich den Sieg der Gesamtwertung und schnappte sich gleichzeitig ein Fix-Ticket für den kommenden Weltcup. Daraus wird aber nichts werden: Denn vor kurzem hat der Österreicher sein Karriereende verkündet.


„Es geht sich bei mir finanziell einfach nicht mehr aus“, so der aus Dornbirn stammende Graf gegenüber der Krone. Im Klartext: Der Skicrosser hatte nach seinem Abgang bei den Alpinen finanzielle Einbußen erlitten. Deshalb bewarb er sich um einen der heiß begehrten Ausbildungsplätze als Polizei-Spitzensportler, vergleichbar mit den Sportgruppen in Italien. Dadurch hätte er einen großen finanziellen Rückhalt bekommen, mit dem er seine Karriere hätte weiterführen können. Allerdings bekam Graf eine Absage und sah sich deshalb nicht mehr darüber hinaus, weiterhin Leistungssport zu betreiben. „Wenn es nicht klappt, war für mich schon länger klar, dass ich aufhören werde.“

Im Jänner 2019 holte Graf in Kitzbühel Platz 18 und somit sein bestes Weltcupergebnis. Im Sommer 2021 wechselte er zu den Skicrossern. © APA / EXPA/JOHANN GRODER


Für die österreichischen Skicrosser ist das eine Hiobsbotschaft, denn Graf hätte für die Olympischen Spiele 2026 ein heißer Medaillenkandidat werden können. „Die Entscheidung ist für uns eine Katastrophe. Leider haben wir als Verband keinen Einfluss auf Entscheidungen des Innenministeriums“, sagt Markus Gutenbrunner, der Skicross-Verantwortliche des ÖSV, der nun alles daransetzen möchte, Graf doch noch umzustimmen.
Gemischte Reaktionen
Reinfried Herbst, der als Spitzensportkoordinator im Innenministerium für die Polizeisportler zuständig ist, begründete gegenüber der Krone: „Mathias ist auf einem grandiosen Weg, allerdings hatten wir so viele Bewerber, die bereits auf höherem Niveau große sportliche Erfolge feiern konnten.“ Grafs langjährige Weggefährte Max Jagg meinte dagegen: „Er ist kein Mittelklasseläufer und sollte auch nicht so behandelt werden. Andererseits hätte er es noch ein Jahr probieren können. Sein Rücktritt ist auf jeden Fall ein Schlag für den gesamten österreichischen Skicrosssport.“

Und Graf selbst? Der will jetzt eine „normale“ Ausbildung bei der Polizei machen, um so nach der Ski- und Skicross-Karriere in seine dritte Laufbahn zu starten.

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