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Celina Seghi ist tot. © ANSA / LUCA CASTELLANI

Italienische Ski-Pionierin gestorben

Die italienische Wintersportszene trauert: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch starb in Pistoia (Toskana) Celina Seghi, eine der wichtigsten Figuren im italienischen Ski-Panorama.

Wie der italienische Wintersportverband FISI mitteilte, starb Seghi am Mittwoch im Alter von 102 Jahren. Sie war eine der ersten Alpinskifahrerinnen in Italien, hatte sich in der Vorkriegszeit einen Namen gemacht und stieg bis zum Ende ihrer Karriere zur Legende auf. Bis zuletzt wurde Seghi, die in den 40er-Jahren den heimischen Sport dominierte, als Ikone angesehen.


Seghi wurde am 6. März in Abetone geboren und gewann bereits mit 14 Jahren eine ihrer 37 Medaillen bei Italienmeisterschaften (25 Mal Gold, 7 Mal SIlber, 5 Mal Bronze). Auf internationaler Ebene zog Seghi erstmals 1941 im Rahmen der Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo die Aufmerksamkeit auf sich, als sie sich im Slalom die Goldmedaille schnappte. Zudem holte sie in der Abfahrt und in der Kombination jeweils die Silbermedaille. Weil aufgrund der politischen Umstände nur wenige Nationen an den Titelkämpfen teilnahmen, verlor Seghi nach Kriegsende jedoch ihre Medaillen.

Celina Seghi im Jahr 2005. © ANSA / LUCA CASTELLANI


Da es zu Seghis aktiven Zeit noch keinen Ski-Weltcup gab, standen andere Wettkämpfe, wie etwa die Arlberg-Kandahar-Rennen bei den Athletinnen und Athleten ganz oben auf der Agenda. Seghi räumte sowohl 1947 in Mürren sowie das Jahr darauf in Chamonix zahlreiche Titel ab und reiste so als Favoritin zu den Olympischen Spielen in St. Moritz 1948. Dort wurde sie ihrer Rolle aber nicht gerecht: Zwei Mal schrammte sie als Vierte hauchdünn an Edelmetall vorbei. 1952 in Oslo wurde sie im Slalom erneut Vierte, ihrem hohen Ansehen in der Ski-Szene schadete das jedoch nicht. Nicht zuletzt, weil sie zwei Jahre zuvor bei der Weltmeisterschaft in Aspen doch noch die so erhoffte, internationale Medaille gewann. Sie wurde im Slalom Dritte.

Zeit ihres Lebens blieb Seghi, die nach ihrem Karriereende Skilehrerin wurde und bis ins hohe Alter ihren geliebten Sport ausübte, in ihrer Heimat sehr populär. 2006 nahm sie in Pisa als Ehrengast am Fackellauf zu den Olympischen Winterspielen in Turin teil.

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