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Mit 28 Jahren hat sich der Slalomspezialist Giordano Ronci von der Ski-Bühne verabschiedet. © Social Media

Italienischer Ski-Exot tritt ab: „Unüberwindbare Hürden“

Mit Irene Curtoni ist heuer eine prominente Skifahrerin Italiens zurückgetreten. Nun gibt es im Team der Azzurri einen weiteren Abschied zu vermelden.

Lange hat er gekämpft, lange hat er an sich geglaubt, doch nun muss Giordano Ronci die weiße Fahne hissen und mit 28 Jahren seine Ski-Karriere beenden. Der Slalomspezialist schlug sich in den letzten Jahren immer wieder mit Verletzungen rum, die ihn nun zur Aufgabe zwingen.


Giordano Ronci ist im hiesigen Ski-Panorama so etwas wie ein Exot. Er stammt nämlich nicht aus einem der typischen Wintersportorte im Norden Italiens, sondern aus der sonnigen Hauptstadt Rom, wo viele den Ski-Sport nur vom Hörensagen kennen. Der Italiener ging aber trotz aller Widrigkeiten seinen Weg und schaffte es in den Weltcup: 22 Mal stand Ronci im Starthaus der Königsklasse, für Punkte reichte es jedoch nie. Dafür durfte er im Europacup, der zweithöchsten Rennserie, seine persönliche Sternstunde feiern: 2014 holte er im bayrischen Oberjoch seinen ersten und einzigen Sieg.

Der Körper spielt nicht mit
Ronci hat seine ersten Schwünge auf Skiern im Kindesalter auf dem Campo Staffi, einem knapp 2000 Meter hohen Berg im Apennin-Gebirge bei Lazio, gemacht. Der junge Römer war von diesem Sport so angetan, dass er schon bald erste Rennen fuhr. Mit 20 Jahren schaffte er es in die Nationalmannschaft und schnupperte immer wieder auch Weltcupluft. Allerdings war der Slalomspezialist schon damals anfällig für Verletzungen. In den letzten beiden Jahren ist es schlimmer geworden, vor allem der Rücken bereitete ihm große Probleme, sodass nun der bittere Schritt in die Ski-Pension erfolgte.

Giordano Ronci hat in seiner Karriere 22 Weltcuprennen bestritten. © AFP / FRANCOIS-XAVIER MARIT


„Sich von etwas verabschieden, das man liebt, ist nie einfach. Aber manchmal stellt dich das Leben vor unüberwindbare Hürden. Für mich sind diese Hürden die zahlreichen Verletzungen“, beginnt die lange Abschiedsbotschaft von Ronci auf seinen Social-Media-Kanälen. „In den letzten beiden Jahren meiner Karriere habe ich gekämpft – einerseits für meine Gesundheit, andererseits für die verlorene Zeit. Ich habe in den beiden Jahren viele schwierige Momente erlebt und oft überlegt, was die richtige Entscheidung ist. Tief in mir drinnen wusste ich aber: Ich fühle mich noch nicht bereit, aufzugeben. Ich wollte mich nicht enttäuschen, vor allem aber wollte ich nicht jene Personen enttäuschen, die immer an mich geglaubt haben.“

Nach den zahlreichen Rückschlägen sei die Zeit für den Rücktritt nun aber gekommen, meint Ronci. „Meine Slalomstangen werden wir fehlen, aber ich bin froh, dass ich ein neues Kapitel in meinem Leben aufschlagen kann.“

Schlagwörter: Wintersport

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