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Compagnonis letzte große Sternstunde: Bei Olympia 1998 holte sie Gold im Riesentorlauf und Silber im Slalom. © APA/BARBARA GINDL

Italiens größte Skifahrerin aller Zeiten feiert runden Geburtstag

„Feiern war nie so mein Ding. Ich wurde von anderen für meine Erfolge gefeiert, das langt mir“, sagt Deborah Compagnoni auf ihre gewohnt bescheidene Art. In den 90er Jahren war sie das weibliche Pendant zum großen Alberto Tomba, feierte so viele Erfolge wie keine Italienerin vor ihr oder nach ihr. Heute wird sie 50 Jahre alt.

Deborah Compagnoni ist das Vorbild einer ganzen Skigeneration, gewann im Slalom, Riesentorlauf und Super-G nahezu alles was es zu gewinnen gab, zudem modelte sie nebenbei am Laufsteg und steht als Ehefrau von Textilunternehmer Alessandro Benetton auch heute noch häufig im Rampenlicht. Und dennoch: Sie ist keine, die die öffentlichen Aufritte liebt. Sie meidet die große Bühne wo es nur geht, hat keinen Social-Media-Account und gibt auch nur ganz selten Interviews. Passend dazu feiert sie heute ihren 50. Geburtstag im engsten Familienkreise, ohne großen Auflauf, ohne Party.


„Das Feiern liegt mir nicht so. An einem Tag wie diesem bevorzuge ich Dinge zu machen, die mir Freude bereiten, zum Beispiel ein Stück Apfelkuchen mit meinen Liebsten zu essen“, so die dreifache Mutter aus Santa Caterina Valfurva gegenüber dem Corriere della Sera.

Dreifache Olympiasiegerin, dann Schluss mit 29
Aussagen wie diese spiegeln Compagnonis Charakterzüge haargenau wider. Während Alberto Tomba in den 90er Jahren seine großen Auftritte auf der Piste regelrecht zelebrierte und mit seinem Charisma auch jenseits der Rennstrecke für viel Aufsehen sorgte, bevorzugte es Compagnoni eine Nummer ruhiger, wenngleich sie ähnlich erfolgreich war. Als erste Athletin überhaupt gewann sie bei drei verschiedenen Olympischen Spielen in Folge (1992 in Albertville im Super-G, 1994 in Lillehammer und 1998 in Nagano im Riesenslalom) die Goldemedaille, holte als erste Italienerin 1997 die Riesentorlauf-Kristallkugel, schnappte sich drei Mal WM-Gold und gewann obendrein 16 Weltcup-Rennen.

Sie prägten ein ganzes Ski-Jahrzehnt: Deborah Compagnoni und Isolde Kostner. © APA


Aufgrund anhaltender Rückenschmerzen musste Compagnoni ihre Karriere im Frühjahr 1999 im Alter von nur 29 Jahren vorzeitig beenden. Seitdem hat sie sich ihrem sozialem Engagement verschrieben, so setzt sie sich etwa mit ihrer Stiftung „Sciare per la vita Onlus“ für Leukemie-Patienten ein oder spendete zuletzt in der Coronakrise ärztliche Hilfsmittel an ein Krankenhaus in ihrer Wahlheimat Treviso. All das macht sie abseits des großen Medienrummels, genauso wie es eben Deborah Compagnonis spezielle Art ist.


Autor: alexander foppa

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