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Marco Odermatt jagt sich gewissermaßen selbst. © TEY / Pierre TEYSSOT

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Marco Odermatt jagt sich gewissermaßen selbst. © TEY / Pierre TEYSSOT

Jagd nach sich selbst: Kommt der beste Odermatt noch?

Marco Odermatt steht beim Weltcup-Auftakt in Sölden vor besonderen Meilensteinen. Dabei befindet sich der Schweizer auch auf der Jagd nach sich selbst.

Aus Sölden

Christoph Niederkofler

Von:
Christoph Niederkofler

Wenige Tage vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden hatte Marco Odermatt aufhorchen lassen. Der fünfmalige Gesamtweltcupsieger wähnte seinen Höhepunkt bereits erreicht zu haben, seine erfolgreichste Zeit liege bereits zurück. Ungewohnte Aussagen des Dominators der vergangenen Jahre, welche er nun im hinteren Ötztal näher erläuterte.


„Ich bin nach wie vor hungrig, so viel steht fest“, entgegnete Marco Odermatt im FIS Race Talk einer dahingehenden Frage – und das mit seinem typischen, breiten Lächeln. Der 29-jährige Schweizer musste jedoch zugeben, dass er sich mittlerweile auch in einem Schlagabtausch mit sich selbst befindet. „Es liegen unglaubliche Jahre und fantastische Rennen hinter mir, es ist hart einige davon zu übertreffen. Deswegen habe ich mich so ausgedrückt.“

Odermatt jagt Ligety-Rekord in Sölden

Adjektive wie „unglaublich“ und „fantastisch“ sind im Odermatt-Kosmos mittlerweile Alltag und fast schon eine Untertreibung. Warum? Zum 200. Mal wird der Olympiasieger und dreimalige Weltmeister am Sonntag (ab 10 Uhr im SportNews-Liveticker) im Weltcup an den Start gehen, bislang stand er in mehr als der Hälfte seiner Rennen auf dem Podest (102), etwa ein Viertel davon gewann der Eidgenosse sogar (54).

Marco Odermatt kann noch so manchen Meilenstein erreichen. © ANSA / GIAN EHRENZELLER

Marco Odermatt kann noch so manchen Meilenstein erreichen. © ANSA / GIAN EHRENZELLER


Darüber hinaus kann sich Odermatt kaum noch vor Meilensteinen retten, in Sölden jagt er gleich zwei neuen hinterher. So würde er mit einem weiteren Triumph am Rettenbachferner – es wäre sein vierter Erfolg dort – mit dem bisherigen Sölden-König Ted Ligety gleichziehen. Zudem würde er in Sachen Weltcupsiegen den Schweizer Allzeit-Rekord von Vreni Schneider (55) egalisieren und in der ewigen Bestenliste auf Platz sechs hinter Mikaela Shiffrin (110), Ingemar Stenmark (86), Lindsey Vonn (84), Marcel Hirscher (67) und Annemarie Moser-Pröll (62) klettern.

Für solche Zahlenspiele hat Odermatt jedoch nicht viel übrig. „Das habe ich nicht einmal gewusst“, meinte er auf den Rekord von Ligety bezogen. „Das interessiert mich eigentlich nicht so sehr.“

Odermatt: Ein bisschen weniger Kitzbühel?

Zum Höhepunkt seiner Saison soll natürlich die Heim-Weltmeisterschaft in Crans-Montana (1. bis 14. Februar) werden. Alles darauf ausrichten und die 100 Prozent erst beim Großereignis im neuen Jahr erreichen – das kann sich Odermatt jedoch nicht leisten. „Nein, ich muss einfach hoffen, dass der Körper mitspielt“, scherzte er mit Blick auf den vollen Kalender und musste lachen. „Mit Wengen, Adelboden und Kitzbühel haben wir so viele wichtige Rennen kurz davor. Da gibt es keinen Raum, um Energie zu sparen.“

Welche Höhen erreicht Marco Odermatt in der Saison 2026/27? © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Welche Höhen erreicht Marco Odermatt in der Saison 2026/27? © ANSA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT


Mit seiner Aufzählung der wichtigsten Termine des anstehenden Winters gab Odermatt ein interessantes Stichwort: Wie steht es eigentlich um seinen Traum vom Triumph in der Abfahrt von Kitzbühel? „In den kommenden Jahren habe ich hoffentlich noch ein paar Versuche. Aber ich werde es nicht ewig probieren“, sagte Odermatt mit einem Augenzwinkern. „Natürlich befindet es sich weit oben auf meiner Liste. Aber ich habe mich in den beiden vergangenen Jahren so sehr darauf fokussiert und ich habe es nicht geschafft. Jetzt mache ich einen kleinen Schritt zurück. Aber es wäre natürlich schön, die Abfahrt einmal zu gewinnen.“

Den Grundstein dafür könnte er jedenfalls mit einem erfolgreichen Saisonauftakt in Sölden legen. Sollte es Odermatt in den kommenden Monaten tatsächlich gelingen sein altes Ich zu übertreffen, dürfte die Krönung in Kitzbühel nicht mehr allzu weit entfernt sein.

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