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Vicky Bernardi im Interview mit SportNews. © Pentaphoto

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Vicky Bernardi im Interview mit SportNews. © Pentaphoto

Kaderausschluss & Verletzung: Vicky Bernardi packt aus

Als der italienische Wintersportverband FISI in der letzten Woche nach langem Warten die Kaderzusammenstellung der Ski-Teams bekannt gab, fehlte ein Name: jener von Vicky Bernardi, die mit dieser Entscheidung jedoch nicht verzweifelt, sondern in ihr neue Motivation findet.

Vicky Bernardi zählt zu den vielversprechendsten Speed-Talenten Südtirols. Sie gewann eine Silbermedaille bei der Junioren-WM, fuhr schon mit 21 Jahren in die Top 20 des Weltcups und landete drei weitere Male in den Punkterängen. Jetzt steht die Gadertalerin jedoch vor einer neuen Herausforderung, da sie nach einer schwierigen Saison mit körperlichen Problemen aus dem Nationalkader ausgeschlossen wurde.


„Mein Trainer des letzten Jahres meinte zunächst, ich könne mich noch ein Jahr im Nationalteam beweisen. Etwas später hat er mich in Kenntnis darüber gesetzt, dass in der Chefetage anders entschieden wurde“, berichtet Bernardi. „Ich habe bis zuletzt gehofft, dass ich meine Chance bekommen werde. Der Stachel sitzt aber nicht allzu tief. Nach zwei Tagen hatte ich es schon verdaut.“

Vicky Bernardi spricht über eine schwere Zeit. © Pentaphoto

Vicky Bernardi spricht über eine schwere Zeit. © Pentaphoto


Dies hat einen Grund: Bernardi ist sehr eng mit Teresa Runggaldier und Sara Thaler befreundet, die in der kommenden Saison der A-Mannschaft angehören. „Wenn, dann wäre ich sowieso in die B-Gruppe gekommen, die aus vielen sehr jungen Athletinnen besteht, die ich nicht allzu gut kenne. Angesichts dessen kann ich den Ausschluss schon verkraften“, sagt die Speed-Spezialistin.

Bernardi kämpft weiter

Der Umstand, dass sie nun aber keinen Servicemann mehr an ihrer Seite habe, schmerze hingegen sehr – zumal sie im Frühling nach über einem Jahrzehnt ihrer Skifirma Nordica den Rücken gekehrt hat. „Ich muss mit dem neuen Material erst noch vertraut werden und vieles lernen“, erklärt sie. „Ich bin sehr zufrieden, dass es mit dem Materialwechsel geklappt hat. Die Idee schwirrte schon seit längerer Zeit in meinem Kopf herum, weil ich die einzige Frau im Speed-Bereich war, die Nordica fuhr. Gepaart mit meinen physischen Problemen, die mich in der letzten Zeit plagten, hatte ich etwas die Motivation verloren. Mit dem Wechsel ist sie wieder zurück.“ Auf den Skiern welches Herstellers Bernardi in Zukunft fährt, hält sie noch bedeckt.

Vicky Bernardi muss sich neu orientieren. © Pentaphoto

Vicky Bernardi muss sich neu orientieren. © Pentaphoto


Die Rückenschmerzen, die sie seit vier Jahren hemmen, sind noch nicht vollends auskuriert. „Zu Beginn traten die Schmerzen nur phasenweise auf und klangen nach ein bis zwei Wochen wieder ab. Seit Januar dieses Jahres halten sie jedoch kontinuierlich an.“ Die Bandscheibenprotrusion habe Bernardi in Innsbruck mit Physiotherapie behandeln lassen, was „ein bisschen geholfen“ habe. Bis sie schmerzfrei Skifahren kann, wird jedoch noch etwas Zeit verstreichen. „Es geht darum, Geduld zu haben, denn Rückenprobleme sind eine langwierige Sache.“
„Ab Oktober darf ich bei Speed-Trainings mit der B-Gruppe mitfahren.“ Vicky Bernardi

Einen genauen Plan, wie sie sich auf die kommende Saison vorbereitet, hat Bernardi noch nicht. „Nächste Woche werde ich mit meiner Sportgruppe der Carabinieri auf dem Gletscher fahren. Anschließend werden wir gemeinsam ein Programm aufstellen. Ab Oktober darf ich bei Speed-Trainings mit der B-Gruppe mitfahren. Das ist sehr hilfreich, weil ich ja nicht nach Argentinien fliege und es sehr schwer ist, Trainingsmöglichkeiten im Super-G und in der Abfahrt zu finden“, freut sich Bernardi, die so auch wichtige Materialtests absolvieren kann.

Trotz vieler Widerstände bleibt Bernardi also zuversichtlich, dass sie ihr Talent nach zwei schwierigen Saisonen wieder unter Beweis stellen und an ihre besten Ergebnisse anschließen kann.

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