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Mikaela Shiffrin öffnet ihr Herz. © Mikaela Shiffrin

„Kann ihn nicht mehr vermissen, als ich es ohnehin schon tue“

Über ein Jahr nach der Tragödie ist der Schmerz der Mikaela Shiffrin ob des Todes ihres Vaters Jeff allgegenwärtig.

Kaum ein Tag vergeht, an dem Mikaela Shiffrin nicht von einem Bild, einem Lied oder einem Moment an ihren Vater Jeff erinnert wird. Dieser starb am 2. Februar 2020 nach einem tragischen Unfall in Colorado. Wie sie nun in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP verriet, denkt die 26-Jährige seither ununterbrochen an ihn.


„Es ist nicht so, dass dieser Tag, der Vatertag, wirklich noch emotionaler ist“, betont Shiffrin. „Denn ich kann ihn nicht mehr vermissen, als ich es ohnehin schon täglich tue.“ Der stolze Vater, dessen Tochter vor allem dank seiner Meriten zur besten Skifahrerin der Welt wurde, pflegte zur 26-Jährigen ein extrem enges Verhältnis. Oft stand er auf dem Berg und fotografierte seine talentierte Tochter bei der Arbeit. Bei ihren unzähligen Siegen musste er seine Tränen zurückhalten.

Immer bei ihr
Um seinen Vater stets bei sich zu haben, ziert ein Bild eines gemeinsamen Abendessens auf Hawaii ihr Handy-Bildschirmschoner. Sie trägt auch einen Weihnachtszwerg stets mit sich herum. Es war ein Geschenk, das sie ihm an ihrem letzten gemeinsamen Weihnachten bereitete.

Mikaela und Jeff Shiffrin. © Mikaela Shiffrin


Diese Dinge können den Schmerz aber kaum lindern. Es gebe Tage, an denen sie „einfach im Schlafzimmer sein will – mit geschlossener Tür und ausgeschaltetem Licht. Und nicht da draußen in dieser Umgebung.“ Einen solchen Tag habe sie im letzten Winter in Zagreb gehabt, als sie Vierte wurde. „Die Leute dachten, ich sei traurig, weil ich Vierte geworden bin. Sie sagten: 'Es tut mir so leid. Du wirst es nächstes Mal besser machen’, erzählt Shiffrin. Dabei habe die zweifache Olympiasiegerin ihres Vaters und nicht des Ergebnisses wegen getrauert.

Sie, die auch über ein vorzeitiges Karriereende nachgedacht hatte, trainiert nun angetrieben von ihrem toten Vater härter denn je. Ziel sind die Olympischen Spiele in Peking, an denen sie „in vier oder fünf Disziplinen“ starten könnte. „Ich werde sehen, wie es läuft, wenn die Winterspiele näher kommen.“ Sie wolle auf keinen Fall an den Start gehen, nur um dabei zu sein, denn „ich habe Teamkolleginnen , die für diesen Platz brennen“, sagt Shiffrin abschließend.

Schlagwörter: Wintersport

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