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Franjo von Allmen hat zwar drei Goldmedaillen gewonnen, vermisst in Bormio aber die Stimmung. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

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Franjo von Allmen hat zwar drei Goldmedaillen gewonnen, vermisst in Bormio aber die Stimmung. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Keine Stimmung in Bormio? Ski-Asse klagen an

Dass die Olympischen Spiele 2026 von weiten Wegen und verschiedenen Wettkampf-Ortschaften geprägt sind, ist kein Geheimnis. In Bormio, wo die Alpinski-Wettbewerbe über die Bühne gehen, herrscht überhaupt keine Olympia-Stimmung – so zumindest der Tenor der Ski-Asse.

Marco Odermatt ist wahrlich kein kleiner Fisch im alpinen Skisport. Der Schweizer ist einer der Superstars und ist von den Olympischen Spielen in Italien nicht angetan. „In Bormio ist überhaupt kein Olympischer Spirit vorhanden. Vor vier Jahren in Peking gab es mehr davon“, so Odermatt. Eine Aussage, die verwundert. Immerhin waren die Spiele in China von der Corona-Pandemie überschattet.


Sein Teamkollege Franjo von Allmen sieht die Sache ähnlich und vergleicht die Stimmung in Bormio mit jenen, wie sie bei den dortigen Weltcuprennen herrsche. Der Deutsche Anton Tremmel bläst ins selbe Horn: „Vielleicht auch nicht eines der bestorganisierten Weltcups.“ Und Stefan Rogentin sagt: „Olympiastimmung? Null!“ Dass es zudem keine Medal-Plaza gibt, sei unverständlich.

Die Tribüne war an den Renntagen bisher immer voll. © ANSA / ANNA SZILAGYI

Die Tribüne war an den Renntagen bisher immer voll. © ANSA / ANNA SZILAGYI


ORF-Experte Hans Knauß scheint ebenso kein Fan von der Olympia-Destination Bormio zu sein. „Wir sind hier völlig abgeschieden von der Olympia-Familie. Es tut sich wenig. Diesen Flair wünsche ich mir für Olympische Spiele nicht.“ Schwer enttäuscht von der Atmosphäre ist Alexander Schmid, der für Deutschland am Riesentorlauf teilnehmen wird: „Es kommt keine Stimmung auf. Ich habe mir schon ein bisschen mehr erhofft.“
„Hier ist überhaupt kein Olympischer Spirit vorhanden. Vor vier Jahren in Peking gab es mehr davon.“ Marco Odermatt

Deutschlands Cheftrainer Christian Schwaiger meint: „Olympia ist, glaube ich, schon in einer gewissen Art und Weise verloren gegangen.“ Er habe schon viele Spiele erlebt, „einige richtig schöne, wo die Sportstätten sehr zentral waren, wo man einen Austausch mit anderen Sportlern hatte. Das macht dann das olympische Flair aus.“

Trotz Olympia: Viele Hotels geschlossen

In Bormio gibt es kein olympisches Dorf, die Mannschaften sind – ähnlich wie beim Weltcup – auf einzelne Hotels aufgeteilt. Während zu den Rennen Fans in den Ort kommen und zumindest in der Nähe des Zielstadions Party machen, sind die Straßen, Restaurants und Bars an rennfreien Tagen deutlich menschenleerer. Viele Hotels und Pensionen blieben zudem während der Spiele geschlossen.

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