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Schafft die Olympia-Abfahrt den Sprung in den Weltcup? © APA/afp / JOE KLAMAR

Kommt Chinas Olympia-Abfahrt in den Weltcup?

Nach den Olympischen Spielen ist vor dem Weltcup. So könnte zumindest das Motto der chinesischen Verantwortlichen lauten, wenn es um einen möglichen Weltcup-Standort in Yanqing geht. Aber wie realistisch sind alpine Weltcuprennen in dieser Region?

Offiziell hat China rund vier Milliarden Euro für die Olympischen Spiele ausgegeben. Die Dunkelziffer steigt natürlich deutlich höher. Allein die Kosten jener Infrastrukturen, die abseits der neu erbauten Komplexe hochgezogen wurden, beziffern sich auf Dutzende Milliarden. Damit die Anlagen nach dem dreiwöchigen Rampenlicht Olympias keiner trostlosen Zukunft des Verfalls entgegenblicken müssen, will man sie auch in den sportlichen Alltag miteinbinden.


Allen voran die Olympia-Abfahrt „The Rock“ soll Gegenstand dieser Diskussionen sein. Zwar hat sie während der Winterspiele aufgrund der schwierigen Windbedingungen für großen Aufruhr bei den Athleten gesorgt, aus rein sportlicher Sicht hatte die Piste aber einiges an Spektakel zu bieten. Und das passt wiederum perfekt in das Konzept des Weltskiverbandes FIS.

Neue Märkte, neues Geld

Seit dem Amtsantritt von Johan Eliasch bemüht sich der Weltverband nämlich händeringend um ein neues, glänzendes Image. Dabei sollen Projekte wie (angebliche) Klimaneutralität und eine Mega-Abfahrt am Matterhorn herausstechen. Und den Gerüchten zufolge nun auch eine Abfahrt in China – bei Flutlicht.

Den Azzurri um Dominik Paris lag die Piste nicht unbedingt. © ANSA / GUILLAUME HORCAJUELO

Und da liegt bereits das wohl größte Problem. Abends wehen die Winde in der Region von Yanqing deutlich stärker als zu den Startzeiten während der Olympischen Spiele. An eine Austragung bei Flutlicht ist dabei kaum zu denken. Eine Verlegung auf Zeiten mit ruhigeren Verhältnissen macht zudem ebenso wenig Sinn. Da sich das Zielpublikum nun mal in Mitteleuropa befindet, würden die Zuschauerzahlen angesichts der Startzeiten mitten in der Nacht sicherlich keine Rekorde brechen.

China ist nicht allein

Darüber hinaus gibt es neben China noch zwei weitere Bewerber, die ihre teuren Ski-Anlagen in den Weltcup integrieren wollen: Sotschi und PyeongChang. Dies würde eine mögliche Bewerbung Chinas noch weiter verzögern.

Daher ist eine baldige Aufnahme der chinesischen Piste eher unwahrscheinlich, zumal ein solcher Antrag zuerst von der FIS diskutiert und abgesegnet werden müsste. Zunächst dürften deren Fokus aber vor allem der Matterhorn-Abfahrt im kommenden Winter gewidmet sein. Ob sich danach die Chancen für „The Rock“ erhöhen, bleibt abzuwarten.

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