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Vincent Kriechmayer entschied die Lauberhornabfahrt für sich. © APA/afp / FABRICE COFFRINI

Kriechmayer jubelt am Lauberhorn – Südtiroler tun sich schwer

Ein alles überragender Vincent Kriechmayer hat bei der Lauberhornabfahrt in Wengen den Sieg eingefahren. Südtirols Speedspezialisten taten sich auf der langen Abfahrt schwer.

Die Lauberhornabfahrt, welche als die längste im alpinen Skirennsport gilt, lockte auch diesmal rund 70.000 Fans nach Wengen. Der Klassiker hatte es einmal mehr in sich, schlussendlich durfte der Linzer Vincent Kriechmayer jubeln. Der Oberösterreicher triumphierte vor dem Topfavoriten Beat Feuz (+0,14 Sekunden) und dem Norweger Aleksander Aamodt Kilde (+0,26).

Als bester „Azzurro“ landete Emanuele Buzzi auf dem sechsten Platz (+0,80). Der Gaiser Christof Innerhofer beendete das Rennen auf dem neunten Platz. Der Ultner Dominik Paris verpasste nach einer schwierigen Abfahrt einen Top-Ten-Platz und musste sich mit Rang elf begnügen. (+1,27 Sek.).

Der Passeirer Werner Heel hat die Punkteränge hingegen klar verpasst und beendete den Wengen-Klassiker nach einer verpatzten Fahrt auf Rang 44 (+05,15).

Paris-Führung hält nicht lange

Dominik Paris ging als Erster an den Start, ließ jedoch im berüchtigten Kernen-S einiges an Zeit liegen. Im letzten Streckenabschnitt ging der Ultner nochmals aufs Ganze und kam nach 2.29,63 Minuten ins Ziel. Ganz zufrieden zeigte er sich mit dieser Zeit jedoch nicht.

Dominik Paris tat sich bei der langen Lauberhornabfahrt schwer. © APA/afp / LIONEL BONAVENTURE


Bereits der dritte Starter, der Norweger Aksel Lund Svindal, pulverisierte die Bestzeit von „Domme“ Paris und übernahm mit einem Vorsprung von 0,75 Sekunden die Führung. Der Schweizer Lokalmatador und Topfavorit Beat Feuz ging mit der Startnummer fünf unter großem Jubel der Fans ins Rennen, verlor zwar im oberen Streckenteil viel Zeit auf Svindal, konnte dies jedoch im Laufe der Abfahrt wieder gut machen. Bei der letzten Zwischenzeit lag Feuz gar vier Zehntel vor dem Norweger, schlussendlich leuchtete die Anzeigentafel mit einem Vorsprung von 0,38 Sekunden grün.

Kriechmayer überrascht

Dann die große Überraschung: Mit der Startnummer sechs ins Rennen gegangen, legte der Österreicher Vincent Kriechmayr von Beginn an alles rein, ging großes Risiko und blieb im Kernen-S sogar fast im Fangnetz hängen. Mit hohem Tempo zeigte Kriechmayr vor allem im Mittelteil eine starke Fahrt und übernahm 0,14 Sekunden vor Feuz die Führung. An diese überragende Zeit kam keiner mehr heran.

Kräftig zittern musste Kriechmayer nochmals, als der Norweger Aleksander Aamodt Kilde mit der Startnummer 17 eine starke Abfahrt zeigte und bei den Zwischenzeiten die Anzeigetafel mehrmals grün geleuchtet hat. Ganz sollte es für Kilde jedoch nicht reichen, er kam als Dritter mit einem Rückstand von 0,26 Sekunden ins Ziel.

Innerhofer auf Rang neun

Christof Innerhofer mit der Startnummer 15 verlor bereits im oberen Streckenteil Zeit. Bereits bei der zweiten Zwischenzeit hatte er einen Rückstand von 0,80 Sekunden, bei der dritten waren es gar 1,11 Sekunden. Im Laufe des Rennens konnte der 34-Jährige noch einige Hundertstel gut machen und kam mit einem Rückstand von 1,06 Sekunden ins Ziel. Ein kurzer Blick auf die Anzeigetafel und verhaltener Jubel: Innerhofer durfte sich zwischenzeitlich über den vierten Platz freuen.

Christof Innerhofer jubelte im Zieleinlauf über den zwischenzeitlichen vierten Platz. Schlussendlich holte der Gaiser Platz neun. © APA/afp / FABRICE COFFRINI


Der Gaiser investierte und riskierte viel, für einen Platz weiter vorne fehlte zuletzt wohl etwas die Geschwindigkeit. Schlussendlich beendete er die Lauberhornabfahrt immerhin auf dem neunten Platz.

Schrecksekunden und Ausfälle

Mehrere Stürze und Ausfälle prägten das Rennen. Schrecksekunden gab es etwa bei der Abfahrt des Österreichers Max Franz: Bei hohem Tempo kam der 29-Jährige zu Sturz, raffte sich jedoch schnell wieder auf und blieb unverletzt. Kurz darauf kam der US-Amerikaner Steven Nyman bei seiner rasanten Abfahrt zu Sturz und blieb ebenfalls unverletzt. Der Österreicher Matthias Mayer schied aus, nachdem er gegen die Bande gekracht war. Auch er kam glücklicherweise ohne Verletzung davon.

Weniger glimpflich endete der Sturz des Italieners Emanuele Buzzi. Total verausgabt kam der „Azzurro“ nach einer starken Abfahrt, die er als Sechster beendet hatte, bei der Zieleinfahrt zu Sturz, wodurch das Rennen länger unterbrochen werden musste. Der bereits gestartete Österreicher Otmar Striedinger musste daraufhin seine Fahrt abbrechen und neu beginnen.

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