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Henrik Kristoffersen ließ in Schladming die Sau raus. © APA / ERWIN SCHERIAU

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Henrik Kristoffersen ließ in Schladming die Sau raus. © APA / ERWIN SCHERIAU

Kristoffersen macht Party – und will einen neuen Pass

Schladming hat am Mittwoch den 34. Weltcupsieg von Henrik Kristoffersen erlebt, und einen seiner emotionalsten.

Tränen flossen beim Norweger nach seinem fünften Nightrace-Erfolg, womit er sich von Benjamin Raich löste und den alleinigen Planai-Rekord an sich riss. Auf den Tag zwölf Jahre davor hatte er ebendort seinen ersten Weltcupsieg geholt, dazwischen diesen Klassiker auch 2016, 2017 und 2020 gewonnen. Nächstes Ziel von Kristoffersen ist ein österreichischer Reisepass.


„Ich wohne seit zehn Jahren in Österreich, meine erste Adresse war bei den Eltern von Christian Mitter (ÖSV-Alpinchef, Anm.) in Ramsau“, erinnerte sich der 31-Jährige direkt nach der Siegerehrung. „Sicher hätte ich gerne den Reisepass. Schauen wir, was in der Zukunft passiert.“

„Ich hätte gerne den österreichischen Reisepass. Ich wohne seit zehn Jahren hier.“ Henrik Kristoffersen

Da einmal im Juni die Geburt seines zweiten Kindes. Seine Frau war während der Rennen mit deren Sohn daheim, gab ihrem Mann fürs Feiern grünes Licht. „Sie hat gesagt, du kannst morgen früh nach Hause kommen.“ Einer Party-Nacht in der Schladminger Tenne stand so nichts im Weg.

Henrik Kristoffersen ließ seinen Emotionen freien Lauf. © APA / ERWIN SCHERIAU

Henrik Kristoffersen ließ seinen Emotionen freien Lauf. © APA / ERWIN SCHERIAU


Vor Freude habe er über den Sieg geweint, was er sonst auch nicht wegen Schmerzen oder Traurigkeit mache. „Meine Saison war bis jetzt nicht optimal. Ich kann nicht sagen, dass es mehr Emotionen waren als bei meiner Hochzeit, aber es sind andere, spezielle Emotionen. Ich kann jetzt sagen: Schladming ist mein Haus.“ Die Stimmung und die Fans seien da jedes Jahr unglaublich. Für Olympia bedeute der Erfolg aber nichts. „Auch 2014 habe ich in Schladming vor Olympia gewonnen, das ist egal.“ In Sotschi holte der damals 19-Jährige dann aber doch immerhin Slalom-Bronze.

Raich gönnt Kristoffersen Solo-Rekord

Den diesmaligen norwegischen Slalom-Doppelsieg fixierte Atle Lie McGrath, und er neidete seinem Landsmann den Erfolg nicht. „Henrik hat es verdient, und ich bin zufrieden“, meinte der bekennende Manuel-Feller-Fan. Der als Rekordmann abgelöste Raich gönnte es Kristoffersen ebenso: „Er hat ein gewaltiges Skifahren, viel Biss und einen gewaltigen zweiten Lauf gezeigt.“ Kristoffersen habe auch den Kampf mit und auf der Piste angenommen. Raich: „Es war schwierig zu fahren. Die meisten fühlen sich da nicht gut, aber man muss einfach trotzdem fighten.“
„Ich denke, dass wir nicht bei solchen Bedingungen Skirennen fahren sollten. Darauf kann man eher Eishockey spielen.“ Henrik Kristoffersen

Der Sieger blieb auch in der Stunde des Triumphes bei seiner Meinung über die eisigen Verhältnisse, wie er sie schon nach einem ihm missratenen Riesentorlauf und Rang 18 äußerte. „Ich denke, dass wir nicht bei solchen Bedingungen Skirennen fahren sollten. Darauf kann man eher Eishockey spielen.“ Er habe freilich schon bei allen Bedingungen, bei allen Kurssetzungen und auf den meisten Hängen gewonnen. Die Setzung in Lauf zwei von Mike Pircher, Coach von Lucas Pinheiro Braathen, sei für ihn kein Problem gewesen: „Ich weiß, wie man langsame Kurssetzungen fährt.“

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